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Benediktinerin: Jesus wäre bei Insta, Tiktok und hätte einen Podcast

29.07.2026 13:22
Deutschland/Religion/Christentum/Gesellschaft/Medien
Klosterleben als Klickgarant: Deutsche "Tiktok-Nonne" Josefine Schwitalla im Interview über mögliche Gründe des Erfolgs ihrer Klostergemeinschaft in Sozialen Medien
Berlin, 29.07.2026 (KAP/KNA) Wenn Jesus heute leben würde, wäre er laut der deutschen Ordensfrau Sr. Josefine Schwitalla auf Social Media aktiv. "Er würde wahrscheinlich einen Mix haben, um verschiedene Leute zu erreichen. Ich glaube, dass er neben TikTok definitiv auch auf Insta wäre und er vermutlich einen Podcast hätte", sagte die über TikTok bekannte Benediktinerin (39) am Dienstag laut der Nachrichtenagentur KNA im "taz"-Interview.

Schwitalla lebt mit 13 Mitschwestern im Kloster der Ewigen Anbetung in Osnabrück. Neben der Hostienbäckerei kümmert sich die frühere Krankenschwester auch um kranke Mitschwestern. Seit 2024 gibt sie über den TikTok-Kanal der Diözese Osnabrück Einblicke ins Klosterleben.

Weil ein erstes Posting über Nacht Millionen Klicks bekam und sich in den Kommentaren "haufenweise" weiterführende Fragen ansammelten, beantworten die Schwestern seitdem eine Frage nach der anderen in kurzen TikTok-Videos. Mit Erfolg: 55.000 Menschen folgen ihnen - das erfolgreichste Video hat mehr als 3,5 Millionen Views.

Schwitalla erklärt sich die Begeisterung durch die "Exotik" des Ordenslebens: "Weil es im normalen Alltag wenig Berührungspunkte zu Menschen gibt, die in dieser Radikalität Christus nachfolgen." Außerdem werde sie als Frau weniger mit der Missbrauchsproblematik in Verbindung gebracht und die Gemeinschaftsvideos zeigten die Ordensfrauen als herzliche und offene Gemeinschaft. "Das spricht Menschen an", sagte Schwitalla.

Gewalt gegen Frauen, Homosexualität oder die Frage, wie man mit körperlicher Lust im Kloster umgeht, sind laut Schwitalla keine rein klosterspezifischen Themen, sondern haben für die gesamte Gesellschaft eine gewisse Relevanz. "Ich glaube, es ist immer gut, wenn man sich bei solchen Fragen auch positionieren kann", sagt sie. Ihr geistliches Tagebuch, Konventsinterna, Fragen bezüglich ihrer eigenen Sexualität oder zum Miteinander mit ihrer Familie würde sie dagegen in sozialen Medien nie beantworten.

"Letztendlich ist TikTok eine Plattform, auf der Inhalte schnell konsumiert werden", sagt Schwitalla. Deswegen liefen kurze Videos meist deutlich besser als längere. Auch scrolle man in der Kaffeepause lieber durch leichte Themen, als dass man sich mit Themen wie Missbrauch beschäftige. Trotzdem betont sie: "Uns ist es wichtig, die Themen nicht davon abhängig zu machen, wie sie ankommen, sondern das zu zeigen, was uns bedeutsam ist."
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