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Kinderschutzzentrum Don Bosco Fambul
Ausbeutung
Bild Copyright: © Jugend Eine Welt

Jugend Eine Welt: Menschenhandel bedroht Millionen Kinder

29.07.2026 13:59
Österreich/Kinderarbeit/Kind/Jugendliche/Kriminalität/Justiz, Kriminalität/Hilfsorganisation/Entwicklungshilfe/Bildung/Menschenrechte
Fast jedes dritte Opfer von Menschenhandel ist minderjährig - Tag gegen Menschenhandel am 30. Juli
Wien, 29.07.2026 (KAP) "Menschenhandel zählt zu den schwersten Menschenrechtsverletzungen unserer Zeit. Besonders Kinder und Jugendliche sind von Ausbeutung betroffen": Darauf hat Jugend-Eine-Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer anlässlich des Welttags gegen Menschenhandel am 30. Juli hingewiesen. Betroffene würden durch sexuelle Ausbeutung, Zwangsarbeit, Zwangsheirat oder die Einbindung in kriminelle Aktivitäten ausgebeutet, so Heiserer am Mittwoch. Kinder würden häufig von ihren Eltern, Verwandten oder Bekannten in der Hoffnung auf eine gute Schulbildung oder bessere Zukunftschancen anvertraut. "Nicht selten landen die Kinder dann als billige Haushaltskräfte bei fremden Leuten oder werden auf andere Weise ausgebeutet", so Heiserer.

Laut dem aktuellen "Global Report on Trafficking in Persons 2024" der Vereinten Nationen ist fast jedes dritte registrierte Opfer minderjährig. Der jüngste Bericht der in Wien ansässigen UN-Behörde für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) weist für das Jahr 2022 69.627 Fälle von Menschenhandel aus; das entspricht einem Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zur Messung vor der COVID-19-Pandemie. 38 Prozent der Opfer seien Minderjährige, so das Hilfswerk. Ähnlich sind die Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), demnach sollen weltweit rund 27,6 Millionen Menschen in Zwangsarbeit, darunter 3,3 Millionen Kinder, leben.

Bildung als Schlüssel für ein Leben in Würde

Jugend Eine Welt unterstützt nach eigenen Angaben betroffene Kinder und Jugendliche unter anderem in Sierra Leone. Im Don-Bosco-Zentrum "Don Bosco Fambul" arbeiten rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jährlich mit mehreren tausend besonders schutzbedürftigen Minderjährigen. Das Zentrum verfügt über ein eigenes Krankenhaus sowie ein auf die Behandlung traumatisierter Kinder spezialisiertes Therapiezentrum. Neben medizinischer und psychosozialer Betreuung erhalten die Betroffenen Zugang zu Schul- und Berufsausbildung; wenn möglich, werde auch eine Rückführung in die Herkunftsfamilie angestrebt, so das Hilfswerk.

"Unsere Projektpartner in Afrika, aber auch in Lateinamerika, Asien und Osteuropa leisten tagtäglich Herausragendes, um Kindern nach schwersten Gewalterfahrungen Sicherheit, Geborgenheit und Hoffnung zurückzugeben", so Heiserer.

Initiative "Kinderarbeit stoppen!"

Jugend Eine Welt ist zudem Bündnispartner der Initiative "Kinderarbeit stoppen!" - zu deren Mitgliedern auch die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE Österreich, Kindernothilfe Österreich und solidar Austria gehören. Ziel ist u. a. der Schutz der Kinderrechte, gerechte Lieferketten sowie ein Ende ausbeuterischer Kinderarbeit. Die Initiative "Kinderarbeit stoppen!" wird von der Austrian Development Agency (ADA) im Rahmen von International Partnerships Austria gefördert. Infos: www.kinderarbeitstoppen.at

(Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000; Online-Spenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden)
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