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Bild Copyright: © StockSnap/Pixabay

Hitze: Ordensspitäler-Experte sieht unterschätztes Gesundheitsrisiko

29.07.2026 12:34
Österreich/Medizin/Klimaerwärmung/Umwelt/Krankenhaus/Orden/Podcast
Internist empfiehlt, bei Hitzewellen auch Medikamente prüfen zu lassen - 2025 rund 450 hitzebedingte Todesfälle in Österreich
Wien, 29.07.2026 (KAP) Hitzewellen können für ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke zu einer ernsten Gesundheitsgefahr werden. Besonders bei hohen Temperaturen sollten auch bestimmte Medikamente überprüft werden, empfiehlt der Internist Hans Peter Gröchenig in der aktuellen Folge des Podcasts "Lebenswerk" der Ordensspitäler Österreichs anlässlich der nächsten außergewöhnlichen Hitzewelle.

Die Hitze kann etwa den Flüssigkeitshaushalt des Körpers stark belasten und das Risiko für Kreislaufprobleme, Nierenversagen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle erhöhen. "Hitze wird als gesundheitliches Risiko definitiv unterschätzt. Wenn man das mit den Todesfällen im Straßenverkehr in Beziehung setzt, sieht man, dass diese Zahl höher ist, von der Gesellschaft aber gar nicht so wahrgenommen wird", so Gröchenig.

Nach Angaben der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurden für das Jahr 2025 rund 450 hitzebedingte Todesfälle in Österreich geschätzt. Im besonders heißen Jahr 2024 waren es etwa 1.000. Damit liege die Zahl der Hitzetoten deutlich über jener der Verkehrstoten, so Gröchenig, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit an der Glan.

Als problematisch bezeichnete der Mediziner vor allem den möglichen Flüssigkeitsmangel. Besonders ältere oder pflegebedürftige Menschen würden während Hitzewellen häufiger in Krankenhäuser eingeliefert, so der Mediziner. Auch gesunde Menschen seien gefährdet, etwa bei intensiver körperlicher Belastung bei hohen Temperaturen: "Wenn Außentemperaturen um die 40 Grad gemessen werden, dann kommt es zu einer allmählichen Überhitzung des Körpers. Der Körper versucht, die Temperatur durch vermehrte Durchblutung der Haut zu kontrollieren und die Temperatur mit Schweißbildung abzugeben. Durch die Schweißbildung verlieren wir Flüssigkeit, die wir dann auch wieder aufnehmen müssen."

Ein oft unterschätzter Faktor seien auch Medikamente: Bei großer Hitze könnten etwa entwässernde Medikamente (Diuretika) oder bestimmte Diabetesmedikamente aus der Gruppe der SGLT2-Hemmer die Austrocknung verstärken. Eine Anpassung der Einnahme sollte aber nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Auch die Lagerung von Medikamenten sei relevant: Viele Präparate müssten bei Temperaturen unter 25 Grad aufbewahrt werden, was an heißen Tagen in Wohnungen oft nicht gewährleistet sei.

Als erste Warnsignale, dass der Körper mit der Hitze nicht mehr zurechtkommt, nannte der Mediziner Müdigkeit, nachlassende Leistungsfähigkeit und verstärktes Durstgefühl. Bei älteren Menschen zeigen sich oft indirekte Zeichen wie Verwirrtheit oder auffällige Schläfrigkeit. Doch nicht jede Hitzebelastung ist gleich ein Notfall: "Beim sogenannten Sonnenstich, wenn man zu lange in der Sonne war und Schwindel oder Kopfschmerzen verspürt, ist es meistens ausreichend, sich in einen schattigen Bereich zurückzuziehen und zu kühlen", so Gröchenig. "Der Hitzeschlag hingegen, mit einer Körpertemperatur über 40 Grad, ist ein medizinischer Notfall, der eine dringende ärztliche Vorstellung und Behandlung benötigt." Gefährdet sind dabei ältere Menschen, Kinder, Neugeborene, Säuglinge und stillende Mütter: Sie alle hätten einen vermehrten Flüssigkeitsumsatz. (Link: www.ordensspitaeler.at/podcast)
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