20 Menschen ermordet, 23.174 gemeldete antisemitische Vorfälle in sieben Ländern mit der größten jüdischen Diaspora
Berlin, 29.07.2026 (KAP/KNA) 2025 war für die jüdische Gemeinschaft außerhalb Israels das Jahr mit der höchsten Zahl an Todesopfern seit 1994. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht zu weltweiten antisemitischen Vorfällen der jüdischen Initiative "J7" hervor, berichtet die deutsche katholische Nachrichtenagentur KNA. Demnach wurden bei Angriffen in Australien, England und den USA 20 Menschen ermordet.
Zu "J7" gehören jüdische Organisationen aus Australien, den USA, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Argentinien. Für Deutschland ist der Zentralrat der Juden dabei. Nach eigenen Angaben repräsentieren die Staaten zusammen über 90 Prozent der jüdischen Diaspora.
Zwar ist laut dem Bericht die Gesamtzahl der Vorfälle in den sieben Ländern mit 23.174 im Vergleich zu 2024 gesunken (26.857). Dennoch liege die Zahl der antisemitischen Fälle deutlich über dem Niveau von 2022, dem Jahr vor dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023. Damals registrierten die Länder 9.838 Fälle.
Dem Bericht zufolge ist diese Entwicklung auch in Deutschland zu beobachten. Lag die Zahl der Vorfälle 2022 demnach noch bei 4.886, stieg sie 2024 auf 8.713 und im vergangenen Jahr auf 8.725. Deutschland ist 2025 damit die Nation mit den meisten Vorfällen aller "J7"-Länder, gefolgt von den USA mit 6.274 Fällen.
"Die 8.725 im Jahr 2025 registrierten Vorfälle sind ein bitterer Befund", teilte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, mit. "Die Zahlen belegen die fortschreitende Normalisierung des Judenhasses. Dieser wird von den politischen Rändern von links bis rechts geschürt und dabei zunehmend als ,Antizionismus' maskiert."
Der Jahresbericht der "J7" wird nach eigenen Angaben von den jüdischen Vertretungen der sieben Mitgliedsstaaten gemeinsam verfasst und herausgegeben. Die länderspezifischen Daten für Deutschland basieren dabei auf den offiziellen Erhebungen des Bundesverbandes der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) sowie dem "Lagebild der jüdischen Gemeinden in Deutschland", das der Zentralrat der Juden jährlich erhebt.