Roms größte Marienkirche erwartet wieder Schnee im August
30.07.202614:19
Italien/Brauchtum/Kirche/Glaube/Fest
Gründungsfest der Papst-Basilika Santa Maria Maggiore mit Blütenfall-Zeremonie lockt jährlich viele Besucher
Rom, 30.07.2026 (KAP) Am 5. August wird in Rom bei Temperaturen von über 30 Grad Schnee fallen - wenn auch nur in Form von weißen Blütenblättern. Die alljährlich am Gründungsfest der Kirche Santa Maria Maggiore begangene Zeremonie findet auch in diesem Jahr während zweier Gottesdienste am Vormittag und am frühen Abend statt, wie der Vatikan am Donnerstag ankündigte. Der Schneefall aus Blüten erinnert an die Legende von der Gründung der Basilika im Jahr 358.
Demnach zeigte die Muttergottes durch einen Schneefall auf dem Esquilinhügel dem damaligen Papst Liberius die Stelle an, wo er die große Kirche zu ihren Ehren errichten solle. Die Gottesdienste mitsamt dem "nevicata" genannten Schneefall aus Blüten leiten der litauische Kardinal Rolandas Makrickas, Erzpriester und Hausherr der Basilika und sein Stellvertreter, der kolumbianische Bischof Luis Manuel Alí Herrera.
Am Abend des 5. August veranstaltet in der Regel auch die Stadt Rom ein zusätzliches Spektakel auf dem Platz vor der Basilika, um an das legendäre Ereignis in der Spätantike zu erinnern. Die Papstbasilika Santa Maria Maggiore nahe dem Hauptbahnhof Termini ist eine der beliebtesten Kirchen Roms.
Das Fest der Weihe der Basilika Santa Maria Maggiore am 5. August zählt zu den ältesten Mariengedenktagen der katholischen Kirche. Die Papstbasilika wurde nach dem Konzil von Ephesus (431), das Maria als Gottesgebärerin (Theotokos) bestätigte, im 5. Jahrhundert errichtet und gilt als älteste der Gottesmutter geweihte Kirche des Abendlandes. Sie entwickelte sich über die Jahrhunderte zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte der Marienverehrung und beherbergt unter anderem die als wundertätig verehrte Marienikone "Salus Populi Romani", vor der insbesondere Papst Franziskus (2013-2025) vor und nach seinen Auslandsreisen betete. Entsprechend seinem Wunsch zu Lebzeiten, ist er dort auch beigesetzt.