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Neuer Abt für Kloster in Spaniens "Tal der Gefallenen"

31.07.2026 15:22
Spanien/Kirche/Geschichte/Gedenkstätte/Personal/Orden
Benediktinerkloster an umstrittenem Bürgerkriegs-Erinnerungsort soll "frei vom Echo der Weltkonflikte" sein
Madrid, 31.07.2026 (KAP/KNA) Die spanische Benediktiner-Abtei zum Heiligen Kreuz im ehemaligen "Tal der Gefallenen" bei Madrid hat einen neuen Abt. Erzbischof José Cobo gab Alfredo Maroto Herranz seinen Segen als Leiter der Ordensgemeinschaft, berichtet die deutsche Nachrichtenagentur KNA am Freitag mit Berufung auf spanische Medien. Demnach erinnerte er den neuen Abt daran, dass "Versöhnung fruchtbarer ist als Sieg" und dass "Versöhnung möglich ist, wenn Christus im Mittelpunkt steht". Madrids Kardinal bat Maroto, das Kloster "frei vom Echo der Weltkonflikte" und von politischem Streit zu halten und es in ein "Haus der Versöhnung" zu verwandeln.

Cobos Bitte an den neuen Ordensleiter, weniger als Politiker und mehr Geistlicher zu agieren, hat einen konkreten Hintergrund. Das ehemalige "Tal der Gefallenen" und sein Benediktinerkloster stehen seit Jahren im Zentrum politischer Debatten und Streitereien.

Der Putschgeneral und spätere Diktator Francisco Franco (1939-1975) ließ die Basilika im "Tal der Gefallenen" zwischen 1940 und 1958 größtenteils von politischen Häftlingen als Mausoleum für seine letzte Ruhestätte errichten. In den Mauern der Kirche wurden auf Geheiß des "Caudillo" auch Zigtausende Soldaten anonym bestattet, die "für Gott und Spanien" im Bürgerkrieg gefallen waren.

Darunter waren auch Zigtausende Republikaner - was für viele hinterbliebene Gegner des Regimes bis heute als Demütigung angesehen wird; auch weil das "Tal der Gefallenen" mit dem Franco-Grab in den vergangenen Jahrzehnten zu einem regelrechten Pilgerort für Spaniens Post-Faschisten wurde. So geriet die Basilika zum Symbol einer bislang nicht aufgearbeiteten Diktaturvergangenheit und ins Fadenkreuz der spanischen Linksregierung. 2019 ließ sie die Überreste des Diktators aus der Basilika entfernen.

2022 benannte die Linksregierung das "Tal der Gefallenen" zudem in "Tal von Cuelgamuros" um und begann mit der Suche und Bergung der republikanischen Kriegsopfer, die hier in den Mauern vergraben wurden. Man plante die Umwandlung der Basilika in ein Erinnerungs- und Dokumentationszentrum, was zu einem jahrelangen Streit zwischen Regierung und Ordensgemeinschaft führte. Erst vor wenigen Monaten kam es nach Vermittlung des Vatikans zu einem Kompromiss, obwohl noch zahlreiche Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Orden und der Regierung über die Zukunft des Ortes bestehen.
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