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Ceuta: Kirche ruft zu Solidarität mit Migranten auf

31.07.2026 07:55
Spanien/Marokko/Kirche/Migration/Soziales
Diözese der spanischen Enklave in großer Sorge über Lage, Angebot personeller und materieller Zusammenarbeit mit zivilen Behörden
Madrid, 31.07.2026 (KAP) Angesichts der anhaltenden Migrationskrise in der spanischen Nordafrika-Enklave Ceuta hat die Diözese Cádiz und Ceuta zu Solidarität mit den ankommenden Migranten aufgerufen und ihre Unterstützung für die staatlichen Behörden zugesagt. In einer Erklärung vom Donnerstagabend kündigte sie an, mit den zuständigen zivilen Institutionen zusammenzuarbeiten und die Kollekten am Samstag und Sonntag in den Pfarren Ceutas vollständig der diözesanen Migrantenpastoral zu widmen.

Die Mittel sollen über das Migrantenzentrum San Antonio zur Deckung der dringendsten humanitären Bedürfnisse eingesetzt werden. Zugleich rief die Diözese die Gläubigen zu verstärktem Gebet für die Betroffenen, die Einsatzkräfte sowie alle Verantwortlichen auf, die sich um eine friedliche und gerechte Bewältigung der Lage bemühen. Die Kirche wolle Hilfe, Gebet und institutionelle Zusammenarbeit miteinander verbinden.

Grenzübertritte außer Kontrolle

Hintergrund ist ein starker Anstieg irregulärer Grenzübertritte aus Marokko nach Ceuta. Nach spanischen Medienberichten erreichten allein am Donnerstag schätzungsweise 2.000 bis 3.000 Menschen die Enklave, nachdem bereits in den Tagen zuvor mehr als 1.500 Migranten angekommen waren. Viele gelangten schwimmend über die Küste oder über den Grenzübergang Tarajal nach Ceuta. Mindestens zehn Menschen kamen nach offiziellen Angaben beim Versuch ums Leben, die spanische Exklave über das Meer zu erreichen.

Die Aufnahmeeinrichtungen gelten inzwischen als überlastet. Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas sprach von einem "totalen humanitären und sozialen Notstand". Die spanische Regierung reagierte mit der Entsendung zusätzlicher Polizeikräfte und Soldaten. Ministerpräsident Pedro Sánchez will sich vor Ort ein Bild von der Lage machen.

Auch auf europäischer Ebene wird die Entwicklung aufmerksam verfolgt. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner sagte Spanien Unterstützung unter anderem durch die Grenzschutzagentur Frontex zu und kündigte eine enge Abstimmung mit den marokkanischen Behörden an, um weitere gefährliche Überfahrten zu verhindern.

Der sprunghafte Anstieg der Ankünfte erinnert an die Migrationskrise von 2021, als innerhalb weniger Tage rund 8.000 Menschen von Marokko nach Ceuta gelangten. Als möglicher Auslöser der aktuellen Entwicklung gilt ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens, wonach auf dem Seeweg aufgegriffene Migranten nicht mehr unmittelbar nach Marokko zurückgewiesen werden dürfen. Vor diesem Hintergrund sieht sich die Ortskirche in der Pflicht, den Betroffenen konkrete Hilfe zu leisten und zugleich zur gesellschaftlichen Verantwortung und Solidarität aufzurufen.
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