Israelischer Luftangriff beschädigt christliches Krankenhaus in Gaza
31.07.202608:40
Palästina/Krieg/Krankenhaus/Konflikte
Angriff galt laut Hilfsorganisation nicht der nahe einer israelischen Militärzone gelegenen Klinik, löste jedoch große Verunsicherung aus
Gaza-Stadt, 31.07.2026 (KAP) Ein israelischer Luftangriff auf ein Wohngebäude neben dem christlich geführten Al-Ahli-Arab-Krankenhaus in Gaza-Stadt hat nach Angaben der katholischen Hilfsorganisation CNEWA Schäden an der Klinik verursacht. Zwar sei das Krankenhaus selbst nicht Ziel des Angriffs gewesen, dennoch wurden Fenster und Türen zerstört sowie ein Aufzug im Diagnosezentrum beschädigt. Im Krankenhaus wurde nach bisherigen Angaben niemand verletzt
Der Angriff am Mittwoch habe unter Patienten und Mitarbeitern jedoch große Angst ausgelöst, erklärte Krankenhausmanager Mousa Ayad gegenüber CNEWA. Die wiederholten Explosionen sorgten für Verunsicherung und setzten sowohl das medizinische Personal als auch die Patienten zusätzlich unter psychischen Druck. Das Krankenhaus liege weniger als zwei Kilometer von einer von Israel kontrollierten Militärzone entfernt. Zwar gehe man nicht davon aus, dass die Klinik gezielt angegriffen werde, doch könne niemand vorhersagen, wo der nächste Luftangriff einschlage.
Nach Angaben der Zivilschutzbehörde im Gazastreifen erschwerte die Gefahr eines möglichen zweiten Angriffs zunächst die Löscharbeiten an dem getroffenen Gebäude. Einsatzkräfte hätten den Brand erst nach mehr als 15 Minuten bekämpfen können. Zugleich klagte der Zivilschutz über einen Mangel an Löschfahrzeugen, Tankwagen und Treibstoff.
Medizinische Versorgung in Gaza bleibt kritisch
Ayad betonte, dass sich die Lage des Gesundheitswesens trotz der seit Oktober 2025 geltenden Waffenruhe kaum verbessert habe. Krankenhäuser litten weiterhin unter einem gravierenden Mangel an Medikamenten, medizinischer Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien. Tausende Patienten warteten auf Operationen oder müssten für Spezialbehandlungen den Gazastreifen verlassen.
Das Al-Ahli-Arab-Krankenhaus war bereits mehrfach von Kampfhandlungen betroffen. Im Juni 2025 kamen bei einem Angriff in der Nähe des Krankenhauses sechs Menschen ums Leben, darunter vier Journalisten. Wenige Monate später schlug eine Rakete im Innenhof der Einrichtung ein und tötete einen Menschen.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen wurden seit Inkrafttreten der Waffenruhe im Oktober 2025 rund 1.200 Menschen getötet und etwa 3.900 weitere verletzt. Gleichzeitig hat Israel seine militärische Kontrollzone innerhalb des Gazastreifens in den vergangenen Monaten schrittweise ausgeweitet. Israel begründet die fortgesetzten Angriffe mit dem Vorgehen gegen terroristische Strukturen und Bedrohungen durch die Hamas. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben der Konfliktparteien derzeit nur eingeschränkt.
Argentinisch-stämmiger Priester in Videobotschaft: Bezeichnung "katastrophal" nicht stark genug - Prekäre Treibstoffversorgung als eines der Hauptprobleme
Griechisch-orthodoxer Patriarch Theophilos III. fordert, dass USA Evakuierung von Patienten in kirchlich getragenes Spital in Ostjerusalem unterstützen