USA: Waffendrohung gegen Priester bei Streit um Moscheebau
31.07.202611:53
USA/Konflikte/Islam/Kirche/Gewalt/Waffen
Zuvor hatte Ortsbischof von Santa Fe den Bau verteidigt
Washington, 31.07.2026 (KAP) Nach der öffentlichen Unterstützung des katholischen Erzbischofs von Santa Fe, John C. Wester, für den Bau einer Moschee in Albuquerque, ist ein Streit um das Vorhaben eskaliert. Wie der katholische Nachrichtendienst OSV News (Donnerstag) berichtet, soll der Lebensgefährte einer prominenten Gegnerin des Moscheebaus einen katholischen Priester auf dem Gelände seiner Pfarre mit einer Schusswaffe bedroht haben.
Auslöser war ein Konflikt zwischen Pfarrer Vincent Paul Chavez und der Moschee-Gegnerin Katrina Griego. Der Priester hatte sich bereits Anfang Juli bei einer öffentlichen Anhörung für das Bauprojekt ausgesprochen und erklärt, er hoffe, dass die Debatte nicht von Rassismus geprägt sei, den er als schwere Sünde bezeichnete. Später sprach er Griego persönlich an und warnte sie nach eigenen Angaben davor, dass rassistisches Verhalten den christlichen Glaubensgrundsätzen widerspreche.
Daraufhin soll Griego ihren Lebensgefährten David Romero verständigt haben. Dieser erschien laut Polizei auf dem Pfarrgelände und zog eine Schusswaffe. Romero muss sich inzwischen wegen zweier Fälle schwerer Bedrohung verantworten. Eine Gerichtsanhörung ist für Ende August angesetzt. Der Priester bestätigte den Vorfall gegenüber OSV News und legte Videoaufnahmen vor, die den bewaffneten Mann zeigen sollen.
Erzbischof Wester ging in seiner Stellungnahme nicht auf den Zwischenfall ein. Er hatte jedoch wenige Tage zuvor die Religionsfreiheit aller Glaubensgemeinschaften verteidigt und betont, Muslime hätten das gleiche verfassungsrechtlich geschützte Recht auf freie Religionsausübung wie Christen. Unterstützung für den Bau einer Moschee stehe im Einklang mit der katholischen Lehre und dem Konzilsdokument Dignitatis humanae. Antimuslimische Ressentiments hätten "keinen Platz im Herzen eines Christen", erklärte der Erzbischof. Angst vor dem Anderen sei keine christliche Tugend, sondern Gastfreundschaft.