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Heiliger Franziskus
Bild Copyright: © DomQuartier Salzburg

Kurator: Bedürfnislosigkeit des Heiligen Franziskus täte uns gut

01.08.2026 13:19
Österreich/Christentum/Ausstellung/Franz.von.Assisi/Heilige/Orden
Ausstellungsgestalter von "LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi" im Dommuseum Salzburg, Reinhard Gratz: Heiliger griff Themen auf, die heute überaus aktuell sind
Graz, 01.08.2026 (KAP) Etwas von der "LebensKunst" des Heiligen Franz von Assisi täte auch der heutigen Gesellschaft gut. Das hat Reinhard Gratz, Kurator der Ausstellung "LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi", die aktuell im Dommuseum Salzburg zu sehen ist, im Interview des "Sonntagsblattes für Steiermark" (aktuelle Ausgabe) erklärt. Die Franziskaner hätten die Kunst der Bedürfnislosigkeit 800 Jahre lang gelebt. "Ein bisserl weniger wäre oft mehr und zugunsten anderer auf Luxus zu verzichten, wünschenswert", sagte Gratz. Etwas von Franziskus umzusetzen würde der Welt, der Umwelt und auch dem seelischen Wohlbefinden guttun, "weil es von gewissen Belastungen freimacht", so seine Überzeugung.

Das Armutsgebot sei für Franziskus kein Selbstzweck gewesen. Es gehe dabei um die Bereitschaft zum Teilen mit anderen Menschen, die viel weniger haben. Achtsamer mit den Mitmenschen umzugehen und Maßhalten wäre nach den Worten des Ausstellungsgestalters auch heute empfehlenswert. "Es geht freilich nicht immer, dass man sich strikt an Franziskus hält, er war schon auch ein Extremist. Er hat es geschafft, Christus nachzufolgen, und das heißt etwas." Die Lebenskunst des Heiligen sei es gewesen, die von Gott gegebene Schöpfung in allen Facetten anzunehmen: "Er hat sich gegen nichts gesträubt. Es war alles gut, wie es war", beschrieb Gratz. "Das finde ich sehr bemerkenswert, alles so anzunehmen, wie es eben ist und das Beste daraus zu machen."

Warum der am 3. Oktober vor 800 Jahren gestorbene Franziskus bis heute Strahlkraft hat, liegt für den Kurator auf der Hand: "Er war sehr authentisch und hat Themen aufgegriffen, die für uns heute überaus aktuell sind: die Umwelt, die Mitwelt, die Sorge um Arme, Kranke und Ausgegrenzte." Dabei sei er "natürlich ein Mensch" gewesen und das Leben mit ihm war für die Mitbrüder wahrscheinlich nicht immer leicht. Gratz verwies als Beispiel für die dunklen Seiten des Heiligen auf eine Skulptur von P. Laurentius Englisch mit dem Titel "Franziskus versöhnt sich mit dem Schatten" - eine Figur halb Franz, halb Wolf. "Das heißt, man muss den eigenen Wolf in sich selbst besänftigen, damit man anderen Menschen in Frieden begegnen oder auch Frieden bringen kann", erklärte Gratz. Jede und jeder könne "etwas an Franziskus für sich entdecken".

Die Ausstellung "LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi" im Dommuseum im Dom-Quartier Salzburg ist bis Montag, 2. November 2026, zu sehen (https://www.domquartier.at/dommuseum). Die Katholische Stadtkirche Graz verlost 5 x 2 Tickets für einen Tageseintritt. Wer am Gewinnspiel teilnehmen möchte, sende bis 10. August eine Antwort auf die Frage "Wer ist Franz von Assisi für mich?" an das "Sonntagsblatt", Bischofplatz 4, 8010 Graz oder per E-Mail an redaktion@sonntagsblatt.at.
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