Kroatiens Kirche mit schwerem Missbrauchsvorwurf konfrontiert
31.07.202617:20
Österreich/Kirche/Missbrauch
Mutmaßliches Missbrauchsopfer hatte sich Kardial Schönborn anvertraut, der für vollständige Aufklärung plädiert
Wien, 31.07.2026 (KAP) Ein Missbrauchsvorwurf erschüttert aktuell die katholische Kirche in Kroatien. Wie die Zeitung "Dnevnik" berichtet hat, soll ein hochrangiger kirchlicher Mitarbeiter einen Schüler und späteren Priesteramtskandidaten über viele Jahre sexuell missbraucht haben. Der Beschuldigte bekleidet laut "Dnevnik" u.a. nach wie vor eine leitende Position in einer Einrichtung der kroatischen Bischofskonferenz. Der Fall soll laut Zeitung von den zuständigen Verantwortlichen in der Kirche in Kroatien über viele Jahre vertuscht worden sein.
Der mutmaßliche Missbrauchsfall soll laut "Dnevnik" Anfang der 2000er-Jahre begonnen habe, als der Betroffene eine kirchliche Schule in Zagreb besuchte, und habe rund zehn Jahre gedauert. Als Seminarist und Theologiestudent sei der junge Mann in eine schwere Persönlichkeitskrise geraten, mit posttraumatischen Belastungsstörungen.
Der junge Mann übersiedelte nach Wien und setzte dort sein Theologiestudium fort. Er wurde für einige Zeit in das Wiener Priesterseminar aufgenommen. Dort vertraute sich der Betroffene u.a. dem damaligen Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, an. Dieser informierte die zuständigen Stellen im Vatikan.
Gegenüber Kathpress hielt der Kardinal am Freitag dazu fest: "Der Schutz und die Rechte der Opfer von Missbrauch stehen an erster Stelle. Ich vertraue darauf, dass die zuständigen Stellen in Kroatien und im Vatikan die Verfahrensregeln des Apostolischen Schreibens 'Vos estis lux mundi' von Papst Franziskus in diesem Sinn konsequent anwenden." - Das päpstliche Schreiben aus dem Jahr 2019 regelt u.a. die Aufsichts- und Rechenschaftspflicht von Bischöfen und Ordensoberen im Umgang mit Verdachtsfällen von Missbrauch.