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Ceuta: Spaniens Kirche fordert Menschlichkeit für Migranten

01.08.2026 13:22
Spanien/Kirche/Migration/Politik/Ceuta/Bischofskonferenz
Migrationsbeauftragter der Spanischen Bischofskonferenz, Fernando Redondo Pavón, spricht von "humanitärer Krise" und wendet sich gegen politische Instrumentalisierung der Lage
Madrid/Rom, 01.08.2026 (KAP) Der massive Zustrom von Migranten nach Ceuta habe zu einer "schrecklichen" Situation geführt und stelle eine "humanitäre Krise" dar. Dies erklärte der Leiter der Migrationsabteilung der Spanischen Bischofskonferenz, Pfarrer Fernando Redondo Pavón, am Samstag gegenüber dem Portal Vatican News. Er rief dazu auf, bei der Bewältigung der Situation die Würde der Menschen und die geltenden Gesetze uneingeschränkt zu respektieren.

Redondo steht laut eigener Aussage in ständigem Kontakt mit der Diözesandelegation für Migration von Cádiz-Ceuta. Diese habe ihm berichtet, dass die Stadt nach dem massiven, "völlig unkontrollierten" Zustrom von Menschen am Donnerstag und Freitag eine noch nie dagewesene Situation erlebe. Der Priester erinnerte zudem daran, dass der Versuch, spanisches Territorium zu erreichen, einen hohen menschlichen Preis gefordert habe, mit Vermissten und Menschen, die ihr Leben verloren haben. Die Bevölkerung von Ceuta erlebe diese Ereignisse mit Sorge und dem Gefühl, von den Umständen überfordert zu sein.

Angesichts dieser Notsituation habe die Diözese Cádiz-Ceuta den Behörden und den Migranten die vorhandenen Aufnahmeeinrichtungen zur Verfügung gestellt. Insbesondere kümmere man sich in einigen der Zentren um besonders schutzbedürftige Personen, darunter kranke oder verletzte Migranten.

Zudem würden die Pfarren der Stadt Ceuta die Kollekten der Eucharistiefeiern von diesem Wochenende zur Unterstützung der Betreuung und Begleitung derjenigen verwenden, die in den letzten Tagen in Ceuta angekommen seien.

Auch die Abteilung für Migrationsfragen der Spanischen Bischofskonferenz veröffentlichte eine Erklärung. Darin wird betont, dass jede Maßnahme zur Bewältigung dieser Krise die Rechtsstaatlichkeit respektieren und jederzeit eine uneingeschränkt humanitäre Behandlung der Migranten gewährleisten müsse.

Gegen politische Instrumentalisierung

Redondo forderte zudem, dass diese Situation weder für parteipolitische Zwecke noch als Instrument der politischen Konfrontation genutzt werden solle. In diesem Zusammenhang wies er Behauptungen zurück, die die Ankunft von Migranten mit der vor Monaten beschlossenen außerordentlichen Regularisierung in Verbindung bringen, und versicherte, dass dieser Zusammenhang "nicht der Wahrheit entspricht".

Zur Erklärung: In Spanien wurde 2026 eine außerordentliche Massenlegalisierung von Migranten beschlossen, die bis zum 30. Juni 2026 befristet war. Die Regierung ermöglicht damit etwa 500.000 Menschen ohne Aufenthaltstitel, einen regulären Aufenthaltsstatus zu beantragen. Voraussetzung für die Legalisierung war unter anderem ein mindestens fünfmonatiger ununterbrochener Wohnsitz in Spanien bis zum 31. Dezember 2025 und das Fehlen von Vorstrafen. Die Legalisierung sieht vor, dass Einwanderer eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis mit sofortiger Arbeitserlaubnis erhalten können. Die Maßnahme zielte darauf ab, die Realität von fast einer halben Million Menschen anzuerkennen, die bereits seit Jahren in Spanien leben und arbeiten.

Der Leiter der Migrationsbehörde erinnerte daran, dass es bereits 2021 in Ceuta zu einer ähnlichen Situation wie jetzt gekommen sei, als es das Regularisierungsverfahren von heuer noch nicht gab. Zudem betonte er, dass diese Maßnahme Tausenden von Menschen ermöglicht habe, ihren irregulären Aufenthaltsstatus zu beenden, eine menschenwürdige Beschäftigung zu finden und ihre soziale Integration voranzutreiben.

"Alles andere ist Manipulation der Bevölkerung", so Redondo. Er betonte, dass der Schutz der Würde und der Rechte der Menschen stets im Mittelpunkt jeder Reaktion stehen müsse.
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