Kolloquium am 4. und 5. August an Sogang Universität in Seoul - Ziel sind gemeinsame "Ideen für eine gerechtere, friedlichere und menschlichere Welt"
Vatikanstadt, 01.08.2026 (KAP) Der Vatikan startet erstmals einen offiziellen Dialog auf interreligiöser Ebene mit Vertretern des Konfuzianismus. Vor dem Treffen betont er neben gemeinsamen Zielen und Werten auch die grundlegenden Unterschiede zwischen Christentum und konfuzianischem Denken.
Wie das Presseamt am Samstag mitteilte, soll der "Christlich-Konfuzianische Dialog für den Aufbau einer idealen Gesellschaft" am 4. und 5. August an der Sogang Universität in Seoul stattfinden. Die private Hochschule wird von Jesuiten betrieben.
Auf christlicher Seite nehmen Vertreter des Dikasteriums für den Interreligiösen Dialog und der katholischen Bischofskonferenz von Korea daran teil. Der konfuzianische Beitrag wird über die "Korean Confucian Academy" organisiert. Das Motto lautet: "Ein neuer Himmel, eine neue Erde und Datong". Der aus dem Konfuzianismus stammende Begriff steht für die "Große Einheit" in einem Idealstaat.
Weiter heißt es in der Ankündigung: "Das Kolloquium wird prominente christliche und konfuzianische religiöse Führer, Gelehrte und Repräsentanten zusammenbringen, um zu erkunden, wie diese beiden Traditionen gemeinsam Ideen für eine gerechtere, friedlichere und menschlichere Welt beitragen können."
Ausdrücklich benennt der Vatikan Unterschiede und Gemeinsamkeiten. So heißt es in dem Text: "Obwohl Christentum und Konfuzianismus auf unterschiedlichen theologischen und philosophischen Grundlagen basieren, bildet ihr gemeinsamer Einsatz für Menschenwürde, moralische Integrität, verantwortungsvolle Führung und das Gemeinwohl einen fruchtbaren Boden für einen bedeutsamen Austausch."
Auch werde man über aktuelle Herausforderungen wie die Fragmentierung der Gesellschaft, moralische Ungewissheit, Umweltzerstörung und Kriege sprechen. Am Ende werde ein gemeinsamer Aufruf zu christlich-konfuzianischer Zusammenarbeit erwartet. Er könne "den Beginn einer dauerhaften Tradition des Dialogs zwischen den Anhängern beider Traditionen markieren."