Pensionierter Priester hatte Anschlag auf Christopher Street Day in Berlin als "Signal des Himmels" bezeichnet - Diözese: Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes
Fulda, 02.08.2026 (KAP/KNA) Die Diözese Fulda hat Äußerungen eines seiner Priester verurteilt, der den Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin als "Signal des Himmels" bezeichnet hatte. Diese Deutung weise die Kirchenleitung entschieden zurück, heißt es in einer am Wochenende veröffentlichten Stellungnahme. Angesichts der verbrecherischen Tat gelte die Anteilnahme den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen, die durch die Tat erschüttert worden seien. "Es kann und darf nicht hingenommen werden, dass in unserem Land Menschen sich aufgrund ihrer sexuellen Identität als existenziell bedroht erleben", stellte die Diözese klar.
In einem Leserbrief, der am Freitag in der "Fuldaer Zeitung" erschien, hatte der pensionierte Priester (87) den CSD als Form der "Unkultur" bezeichnet. Den Anschlag in Berlin nannte er "ein Signal des Himmels" sowie "einen Aufruf zur Besinnung und zur Umkehr". Zwar sei islamistische Gewalt wegen ihrer Ablehnung des Christentums nicht zu rechtfertigen. Dennoch deutete der Priester auch Verständnis an. "Ist es nicht bezeichnend, dass Vertreter des Islam dem einst christlichen Abendland die zunehmende sittliche Dekadenz zum Vorwurf machen und die westliche Kultur verachten?"
Die Diözese betonte hingegen seinen Rückhalt für Kundgebungen wie den CSD. "Als Kirche glauben wir, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist und eine unveräußerliche Würde besitzt. Daraus erwächst der Auftrag, allen Menschen mit Achtung, Respekt und Nächstenliebe zu begegnen - unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität", heißt es in der Erklärung. "Der Christopher Street Day steht für das Anliegen, auf die Würde aller Menschen aufmerksam zu machen und sich gegen Ausgrenzung und Gewalt einzusetzen."
Der betreffende Priester hatte sich schon im vergangenen Jahr abfällig über den CSD geäußert. In einem auf dem Portal kath.net veröffentlichten offenen Brief an die Diözesanleitung kritisierte er die Unterstützung der Kirche für die Veranstaltung. "Sogenannte 'Pride-Paraden' sind Symptome einer sittlich entfesselten Gesellschaft, die die Grenzen des Anstands und der Moral überschritten hat, - sie sind eine bunte Darbietung von Perversionen, die Verherrlichung geschmackloser Obszönitäten und ein Spektakel des verloren gegangenen Schamgefühls." Er wolle deshalb "in diesem Bistum nicht mehr Priester sein".