Festival von 13. bis 22. August mit Bruckners Dritter Symphonie, jungen oberösterreichischen Künstlerinnen und Künstlern und Programm für Kinder
Linz, 04.08.2026 (KAP) Mit einem breit gefächerten Programm laden die St. Florianer Brucknertage von 13. bis 22. August in das Augustiner-Chorherrenstift St. Florian ein. Das Festival findet an jenem Ort statt, an dem Anton Bruckner als Stiftsorganist wirkte, unterrichtete und unter der großen Bruckner-Orgel der Stiftsbasilika begraben liegt. Im Mittelpunkt steht heuer Bruckners Dritte Symphonie in der Uraufführungsfassung von 1877. Eingeladen sind sowohl Bruckner-Liebhaber als auch Musikinteressierte, die neben klassischen Konzertformaten offen für ungewöhnlichere Programmpunkte wie Musikkabarett oder eine Geigenwerkstatt sind, kündigte Peter Aigner, der heuer erstmals für das Programm der Brucknertage verantwortlich zeichnet, im Interview mit der Linzer Kirchenzeitung (aktuelle Ausgabe) an.
Die selten gespielte Dritte Symphonie wird an zwei Konzertabenden (21. und 22. August) vom Altomonte Orchester St. Florian unter der Leitung von Katharina Wincor aufgeführt. Die 31-jährige Dirigentin zählt zu den vielen jungen Künstlerinnen und Künstlern aus Oberösterreich, die heuer im Zentrum der Brucknertage stehen. "Gerade hier in Oberösterreich haben wir so viele international renommierte Künstlerinnen und Künstler, die bereits in jungen Jahren die musikalischen Bühnen eroberten", betonte Aigner. Als Beispiele nannte er neben Wincor das bei internationalen Wettbewerben erfolgreiche Atalante-Quartett, den Countertenor Alois Mühlbacher, der bei den St. Florianer Sängerknaben ausgebildet wurde, sowie das aus St. Florian stammende Eggner-Trio und den Gitarristen Severin Trogbacher.
Die erstmals angebotene Geigenwerkstatt soll den Blick hinter die Kulissen des Musizierens ermöglichen. "Die Geigenwerkstatt erlaubt interessierten Zuseherinnen und Zusehern einen Blick in eine mobile Werkstatt", erklärte Aigner. Die Geigenbaumeisterin Johanna de Hoop und der Geigenbaumeister Franz Übelhör zeigen von 19. bis 22. August im Pfarrsaal des Stifts St. Florian, wie ein Instrument Schritt für Schritt entsteht. Das dabei gefertigte Instrument wird anschließend bei den Symphoniekonzerten des Altomonte Orchesters St. Florian erklingen.
Musikkabarett
Zu den ungewöhnlicheren Programmpunkten zählt der Auftritt der Well-Brüder mit ihrem Programm "Bayern Unplugged". Aigner sieht darin durchaus Bezüge zu Anton Bruckner: So habe der Komponist bereits als junger Hilfslehrer in Windhaag und Kronstorf als Tanzmusiker aufgespielt und damit volksmusikalische Wurzeln gepflegt. Auch die Well-Brüder verbinden Volksmusik mit Kabarett und gesellschaftskritischen Texten. Zudem war Christoph "Stofferl" Well viele Jahre Trompeter bei den Münchner Philharmonikern unter Sergiu Celibidache, einem bedeutenden Bruckner-Interpreten.
Für alle, die sich mit Bruckner näher vertraut machen wollen, biete allein der Ort das passende Ambiente, so Aigner: das Stift St. Florian, die Stiftsbasilika, der Marmorsaal, der Sala terrena oder der Hof des Stiftskellers. Die schon legendären "Nachbesprechungen" nach den Konzerten im Stiftskeller von St. Florian würden bei Bruckners Lieblingsgetränk, einem "Seiterl Bier", die Konzertabende "würdig abrunden", erklärte Aigner.
"Junge Brucknertage"
Ein besonderes Augenmerk legen die Brucknertage heuer von 17. bis 19. August auch auf das junge Publikum. Die "Jungen Brucknertage" laden Kinder von null bis zwölf Jahren dazu ein, Musik, Bewegung und das Stift St. Florian auf spielerische Weise zu entdecken. Auf dem Programm stehen unter anderem Begegnungen mit der großen Orgel, geheime Führungen durch das Kloster, Einblicke in die Probenarbeit des Altomonte Orchesters mit Dirigentin Katharina Wincor sowie Gespräche über die Bedeutung von Bruckners Musik für die eigene Lebenswelt. Die Angebote sind inklusiv gestaltet und richten sich an Kinder mit und ohne Beeinträchtigung.