Jesuit Jörg Alt sieht in Klimaprotesten inzwischen keinen Sinn mehr - "Die klassischen Methoden richten gegen das System des Neoliberalismus und Lobbyisten nichts mehr aus
Bonn/St. Blasien, 04.08.2026 (KAP/KNA) Der für seinen Klimaprotest bekannte Jesuitenpater Jörg Alt sieht keine sinnvolle Möglichkeit mehr, diesen weiterzuführen. "Es führt ja auch zu nichts, wenn man mit den Methoden, die nichts bringen, unendlich weitermacht", sagte Alt in einem am Dienstag veröffentlichten Interview dem Portal katholisch.de, wie die KNA berichtet. Er habe in seinem Leben alles versucht, von Büchern über Petitionen bis zu Kampagnen.
"Ich habe mit der 'Letzten Generation' versucht, den Leuten klarzumachen, dass die Wand vor uns steht und wir direkt darauf zurasen. Aber das juckt kaum jemanden", so der 64-jährige Ordensmann. Während seiner rund dreieinhalb Wochen Haft im Frühjahr 2025 nach einem Klimaprotest sei ihm klar geworden, dass sein Einsatz für Klima- und Generationengerechtigkeit nicht helfe.
"Die klassischen Methoden richten gegen das System des Neoliberalismus und seiner Lobbyisten nichts mehr aus", sagte Alt. Parlamente und Regierungen träfen Entscheidungen, die in erster Linie der Wirtschaft nützten.
Die Frustration sitze in der gesamten Klimabewegung tief. Viele Menschen seien psychisch krank geworden. Andere seien durch Strafen verschuldet. Andere zögen sich wie Alt auch zurück und kümmerten sich um ihr Glück im privaten Bereich. "Das kann ich ihnen nicht verdenken", so Alt.
Alt ist seit einigen Monaten Dompfarrer in St. Blasien im Schwarzwald. Daneben arbeitet er an einem Buchprojekt.