Kirche nach Erdbeben bei Neapel: "Niemand soll allein sein"
04.08.202612:28
Italien/Erdbeben/Kirche/Naturkatastrophe/Natur
Stärkstes Erdbeben seit rund 40 Jahren im Raum der Phlegräischen Felder - Bischof von Pozzuoli und Ischia: "An unsere Gemeinden und an euch Priester richte ich die Bitte, niemanden allein zu lassen und niemanden in seiner Not im Stich zu lassen"
Neapel, 04.08.2026 (KAP) Nach dem schweren Erdbeben im Großraum Neapel hat der Bischof von Pozzuoli und Ischia, Carlo Villano, die katholischen Gemeinden zu Solidarität mit den Betroffenen aufgerufen. "Niemand soll allein sein, wir alle sind aufgerufen, einander zu begleiten und gemeinsam zu unterstützen", schrieb Villano in einer Botschaft nach dem Beben, wie das Online-Portal Vatican News berichtet. Besonders vulnerable Gruppen und jene, die ihr Zuhause verloren hätten, dürften nicht allein gelassen werden.
"An unsere Gemeinden und an euch Priester richte ich die Bitte, niemanden allein zu lassen und niemanden in seiner Not im Stich zu lassen", so der Bischof. Die Ortskirche solle in der aktuellen Situation "Zeugin des Lebens und der Hoffnung" sein.
Das Beben hatte am Freitagabend, 31. Juli, vor allem die Küstenstadt Pozzuoli erschüttert. Laut Medienberichten soll es sich um die stärksten Erdbeben seit rund 40 Jahren im Raum der Phlegräischen Felder nahe Neapel gehandelt haben. Das stärkste Beben wurde um 19.46 Uhr mit einer Magnitude von 4,7 registriert. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt, weitere Nachbeben folgten am Samstag. Rund 300 Menschen verloren nach den Erschütterungen ihr Zuhause, mehr als 20 Personen wurden verletzt und einige in Krankenhäuser gebracht. Auch Kirchengebäude waren von den Schäden betroffen.
Villano verwies in seiner Botschaft besonders auf die Verletzten und die weiterhin im Krankenhaus behandelten Menschen. Seine "Gedanken gelten ganz besonders den Jugendlichen, den älteren Menschen, den Schwachen und denen, die ihr Zuhause verloren haben".
Die Phlegräischen Felder - ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität - werden seit geraumer Zeit von zahlreichen kleinen sowie teils auch stärkeren Erdbeben heimgesucht. Sie sind Europas größter aktiver Supervulkan. Supervulkane zeichnen sich durch eine besonders große Magmakammer aus: Anders als normale Vulkane explodieren Supervulkane regelrecht.
In Neapel und der näheren Umgebung leben etwa drei Millionen Menschen. Die Großstadt liegt am Fuße des Vulkans Vesuv, der mit den Phlegräischen Feldern keine Verbindung hat.