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Moskauer Patriarch Kyrill schickt Metropolit Hilarion in Pension

04.08.2026 13:13
Russland/Kirche/Orthodoxie/Kyrill/Hilarion
Umstrittener Metropolit wird nicht nach Brasilien entsandt, sondern soll seinen Ruhestand in einem Frauenkloster bei Moskau antreten
Moskau, 04.08.2026 (KAP) Das Moskauer Patriarchat hat dieser Tage mitgeteilt, dass Metropolit Hilarion (Alfejew) nun doch nicht nach Brasilien versetzt wird. Demnach hat der Moskauer Patriarch Kyrill am 29. Juli den Versetzungserlass vom 3. Juni aufgehoben. Metropolit Hilarion wird vielmehr in den Ruhestand versetzt. Als Wohnort wurde ihm das Frauenkloster der Erhöhung des Heiligen Kreuzes in der Nähe von Moskau zugewiesen.

Hilarion war früher russisch-orthodoxer Bischof in Wien und leitete von 2009 bis 2022 das Außenamt des Moskauer Patriarchats. Er pflegte enge Kontakte zu den Päpsten Benedikt XVI. (2005-2013) und Franziskus (2013-2025). Nach kritischen Äußerungen zur Rolle seiner Kirche im Ukraine-Krieg wurde er 2022 aus dieser Funktion enthoben und zum Metropoliten von Budapest und Ungarn ernannt. Angesichts von Missbrauchsvorwürfen wurde er 2024 auch von der Leitung dieser Diözese entbunden. Die Kirchenleitung entsandte ihn damals zum Dienst ins tschechische Karlsbad.

Im Frühjahr wurde der Metropolit in der Nähe von Prag vorübergehend verhaftet, als in seinem Auto Drogen gefunden wurden. Nach seiner Enthaftung reiste Hilarion nach Moskau. Das Patriarchat hatte ihm ursprünglich die Seelsorge über zwei Gemeinden in Brasilien zugewiesen. Nun kam es aber anders.

In einem ausführlichen Interview mit der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti ließ Hilarion am Wochenende allerdings durchblicken, dass er nicht aus eigener Initiative in den Ruhestand getreten sei. Nun wolle er die Entscheidung des Patriarchen aber als Teil der göttlichen Vorsehung verstehen. Er freue sich, weiterhin im Kloster dienen zu können und mehr Zeit für Studium und Schreiben zu haben. Außerdem könne er so besser für seine Mutter sorgen.

Der emeritierte Metropolit bestritt im Interview zudem einmal mehr, dass er Drogen besessen oder wissentlich transportiert habe. Und er bekräftigte, dass es keine Beweise gebe, die ihn mit den in seinem Fahrzeug gefundenen Drogen in Verbindung bringen würden.
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