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Basilica Santa Chiara, Assisi, 'Auf den Spuren der Heiligen Klara'
Kirche
Bild Copyright: © Anna Rosenberger

Assisi erlebt Pilgerboom im Jubiläumsjahr des heiligen Franziskus

04.08.2026 14:40
Italien/Religion/Papst/Christentum/Tourismus/Brauchtum/Jugendliche/Religiöses Ereignis/Glaube
Papst Leo bei Jugendfestival in Italiens berühmtestem Wallfahrtsort - Korrespondentenbericht von Sabine Kleyboldt
Assisi, 04.08.2026 (KAP) Im Mittelalter war Assisi gleichrangig mit Pilgerorten wie Jerusalem oder Santiago de Compostela. Jetzt, im 800. Todesjahr des heiligen Franziskus, boomt Assisi. Nächster Höhepunkt im Jubiläumsjahr des heiligen Franz von Assisi: Am Donnerstag (6. August) kommt Papst Leo XIV. für einen Vormittag in den mittelitalienischen Ort. Zum Abschluss des dreitägigen Jugendfestivals "Go!" trifft er Tausende junge Menschen aus aller Welt - unabhängig von ihrer religiösen Bindung.

Um 10.30 Uhr feiert der Papst in der Basilika Santa Maria degli Angeli mit ihnen eine Messe. Im Inneren der Kirche nahe dem heutigen Bahnhof von Assisi befindet sich die kleine Portiuncula-Kapelle, in der Franziskus (um 1182-1226) am 4. Oktober vor 800 Jahren starb. Laut den Franziskanern und der Diözese Assisi als Veranstalter haben sich mehr als 2.500 junge Leute angemeldet. Sie kommen aus Italien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Polen und vielen anderen Ländern Europas, aber auch aus den USA, Vietnam und dem Südsudan.

Dass der Papst zur Franziskus-Basilika in die Oberstadt kommt, sei diesmal nicht geplant, berichtet Bruder Thomas Freidel, seit bald 20 Jahren Pilgerseelsorger für deutschsprachige Gäste in Assisi. Im November hatte Leo XIV. dort kurz am Grab des Heiligen gebetet und die in Assisi tagende Bischofskonferenz Italiens getroffen.

In Assisi, so der Franziskaner-Minorit Freidel, reißen die Besucherströme in diesem Jahr nicht ab, auch wenn es nach dem Ansturm zu Ostern und Pfingsten gerade ein wenig ruhiger sei. "Für viele Menschen, ob religiös oder nicht, ist Franziskus eine Sehnsuchtsgestalt, die wichtige Dinge verkörpert: Frieden, Gerechtigkeit, Schöpfungsverantwortung und eine Verbindung zu Gott", so der Ordensmann.

Die jährlich rund fünf Millionen Besucher dürften 2026 übertroffen werden. "Allein im Mai habe ich Führungen für 2.300 Leute aus dem deutschsprachigen Raum gemacht", so Freidel. Bis in den November hinein laufen die Buchungen. "Wir haben hier immer mehr Hochbetriebstage mit bis zu 18.000 Besuchern."

So etwa im Frühjahr, als die sterblichen Überreste des populären Heiligen ausnahmsweise für vier Wochen zur Verehrung gezeigt wurden. Das außergewöhnliche Ereignis rund um Italiens Nationalheiligen, der auch als Schutzpatron der Tiere, der Umwelt und vieler anderer Anliegen verehrt wird, zog mehr als 370.000 Menschen an. "Assisi ist für die Menschen mehr als ein katholischer Wallfahrtsort: Kunst, Glaube, wunderbare Landschaft, Natur - diese große Vielfalt wirkt anziehend." Auch wirke Franz von Assisi mit seiner Botschaft einer armen, engagierten Kirche für viele modern und glaubwürdig.

Acutis für junge Generation

Gibt es hier eine "Konkurrenz" mit Carlo Acutis (1991-2006), dem ersten heiliggesprochenen Millennial, der in der nahe gelegenen Kirche Santa Maria Maggiore in einem gläsernen Sarg zu besichtigen ist? "Wir sehen das eher als Ergänzung für Assisi, denn das Glaubenszeugnis dieses Franziskus-Verehrers kann vielleicht auch viele junge Leute erreichen", gibt sich Freidel entspannt. "Fest steht aber, dass jeder von uns Brüdern, der Dienst in der Basilika hat, zehnmal am Tag die Frage beantworten muss, wo denn jetzt das Grab von Acutis ist."

Viele Gruppen verbinden den Besuch bei Franz von Assisi mit einem Abstecher zum Grab des jungen "Internet-Apostels". Allerdings sei weder Papst Franziskus (2013-2025) noch sein Nachfolger bislang dort gewesen, merkt Freidel an.

800. Todestag

Zum 800. Todestag des Franz von Assisi wird am Abend des 3. Oktober in der Portiuncula-Kapelle der Sterbestunde des Heiligen gedacht. Zu der Festmesse am 4. Oktober auf dem Platz vor der Unterkirche der Basilika werden nicht nur viele Bischöfe und Ordensleute, sondern auch Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella und Botschafter vieler Länder erwartet - der Papst allerdings nicht.

Vieles spricht aber dafür, dass er beim nächsten Großereignis nach Umbrien kommt: Denn am 27. Oktober jährt sich das Friedensgebet der Weltreligionen in Assisi zum 40. Mal. In Assisi rechne man mit seiner Anwesenheit bei den Feiern an der Franziskus-Basilika, sagt Bruder Thomas. Und auch die Gemeinschaft Sant'Egidio, die das von Johannes Paul II. initiierte Gebetstreffen 1987 mitorganisierte, gibt sich vorsichtig optimistisch.
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