Freiwilliges Angebot ab 1. Oktober soll über rechtliche Fragen und psychosoziale Anliegen aufklären - Generalsekretärin Kronthaler: "Gut vorbereitete Eltern können mit absehbaren Veränderungen und Herausforderungen bewusster und gelassener umgehen"
Wien, 04.08.2026 (KAP) Der Verein "aktion leben österreich" begrüßt die Aufnahme der Elternberatung in den Eltern-Kind-Pass. Ab 1. Oktober ist die Beratung fixer Bestandteil des Programms. Die freiwillige Elternberatung soll künftig in rund 400 Familienberatungsstellen österreichweit angeboten werden. Neben rechtlichen Fragen rund um Karenzmodelle, Kinderbetreuungsgeld oder Pensionssplitting sollen auch psychosoziale Anliegen werdender Eltern berücksichtigt werden. Ihnen "die bestmögliche Unterstützung in Form von Sachinformationen und Evidenz anzubieten, ist ein Schlüssel für mehr Freude am Leben mit Kindern", erklärte die Generalsekretärin von "aktion leben", Martina Kronthaler, am Mittwoch. Nun gelte es, das Angebot bestmöglich zu bewerben.
"Gut vorbereitete Eltern können mit absehbaren Veränderungen und Herausforderungen bewusster und gelassener umgehen", sagte Kronthaler, deren Verein Teil des Pilotprojekts zur Erprobung des Angebots war. Von 2023 bis 2025 wurde die Elternberatung im Rahmen eines Pilotprojekts erprobt und wissenschaftlich begleitet. Kronthaler berichtete über "sehr gute Erfahrungen" mit der Beratung, die sich u. a. auch mit "Mental Load" von Frauen beschäftigt. Vermehrt seien auch Paare zur Beratung gekommen. "Sie fördert daher auch die partnerschaftliche Aufteilung der Care-Arbeit", so Kronthaler.
Im Rahmen der kostenlosen und vertraulichen Beratung werden unter anderem Fragen zu Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld, Papamonat und verschiedenen Betreuungsmodellen besprochen. Ein Anliegen der Beraterinnen und Berater sei auch die Weitergabe von Wissen über familienpolitische Themen wie etwa das Pensionssplitting - "zum Beispiel, warum Pensionssplitting eine faire Lösung für jenen Elternteil sein kann, der länger in Karenz oder Teilzeit ist", so Kronthaler.
Nach Angaben von Aktion Leben kann die Beratung auch dazu beitragen, Sorgen werdender Eltern zu verringern. Aufgrund der langjährigen Erfahrung im Bereich Schwangerschaft, Geburt und frühe Kindheit könnten Belastungen früh erkannt und bei Bedarf weitere psychosoziale Unterstützungen vermittelt werden. Dazu zählt etwa die vorgeburtliche Beziehungsförderung durch Bindungsanalyse.
Finanzielle Hilfe
Auch finanzielle Hilfe könne der Verein in den Familienberatungsstellen in mehreren Bundesländern bieten. "Dies ist uns allerdings nur möglich, solange uns Menschen dafür spenden. Auch die Beratungsstelle selbst ist auf Spenden angewiesen, um sie aufrechterhalten zu können", machte Kronthaler einen Aufruf zur Unterstützung.