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Israel fördert Archäologie in Siedlungen mit 32 Millionen Euro

04.08.2026 12:01
Israel/Archäologie/Kunst/Kultur/Kulturpolitik/Kulturgeschichte
Historische Stätten in besetzten Gebieten erhalten Förderungen von 32 Millionen Euro - Warnung vor Missbrauch der Archäologie
Jerusalem, 04.08.2026 (KAP/KNA) Rund 70 Kulturerbestätten in den von Israel besetzten Gebieten sollen weiter ausgebaut und gefördert werden. Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich stellt dafür laut Mitteilung seines Büros von Dienstag umgerechnet rund 32 Millionen Euro zur Verfügung. Smotrich sprach von einer "zionistischen Tat ersten Ranges". Das von dem rechtsradikalen Politiker vorgelegte Budget werde im Laufe des Tages von dem zuständigen Ausschuss genehmigt, so die deutsche katholische Nachrichtenagentur KNA.

Mit der Mittelzuweisung sollen demnach Archäologie und Kulturerbe in den besetzten Gebieten gestärkt werden. Geplant seien zahlreiche Projekte, die von Rettungsgrabungen über die Erschließung von Stätten für eine breite Öffentlichkeit aus dem In- und Ausland bis hin zu Erhaltungsarbeiten reichten. Ferner solle der Tourismus in der Region gefördert werden.

"Die Kulturerbestätten in Juda und Samaria sind ein wesentlicher Teil der Geschichte des Volkes Israel und beherbergen archäologische Überreste von außerordentlicher Bedeutung aus verschiedenen Epochen im Laufe einer jahrtausendealten Geschichte", heißt es aus dem Büro des Ministers. Judäa und Samaria sind die biblischen Namen für das besetzte Westjordanland.

Kritik an Israels Vorgehen

Der israelische Umgang mit archäologischen und Kulturerbestätten in den besetzten palästinensischen Gebieten hat zuletzt wiederholt für Schlagzeilen und Kritik gesorgt. Unter anderem enteignete Israel an mehreren historischen Stätten insgesamt mehr als 200 Hektar palästinensisches Land, darunter mit 180 Hektar die laut der israelischen Organisation Peace Now bisher "größte jemals verzeichnete Landenteignung für Altertümer" in Sebastia.

Sebastia, das biblische Samaria, war im Juli per Eilverfahren auf die Liste des gefährdeten Welterbes der UN-Kulturorganisation Unesco aufgenommen worden. An der als Grab des Propheten Samuel verehrten Stätte Nabi Samuel bei Ostjerusalem wurde erstmals auch eine heilige Stätte in den besetzten palästinensischen Gebieten enteignet.

Warnung vor Missbrauch der Archäologie

Aktivisten, darunter die israelische Archäologen-Organisation Emek Shaveh, warnten wiederholt vor einer Politisierung archäologischer Stätten und einem Missbrauch der Archäologie als Waffe der israelischen Besatzung. Die Erschließung einer Stätte in den besetzten Gebieten sei ein klares Mittel, um einen breiten Konsens über ihre Bedeutung als untrennbarer Teil des Staates Israel zu schaffen.
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