Papst an Medienschaffende: An Wahrheit und Würde ausrichten
04.08.202615:16
Vatikan/Ruanda/Papst/Medien/Internet/Soziales
Botschaft an die Teilnehmer des Weltkongresses des katholischen Kommunikationsnetzwerks SIGNIS in Ruanda: Strategien und Werkzeuge entwickeln, die "die Suche nach der Wahrheit und die Förderung der Menschenwürde stärken"
Vatikanstadt/Kigali, 04.08.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat Medienschaffende dazu aufgerufen, Kommunikation an den Werten Wahrheit und menschliche Würde auszurichten. Wie "Vatican News" am Dienstag berichtete, richtete er diese Botschaft an die Teilnehmer des Weltkongresses des katholischen Kommunikationsnetzwerks SIGNIS, der derzeit in Kigali (Ruanda) stattfindet.
Online zu kommunizieren bedeute heute nicht einfach nur, "Informationen weiterzureichen", betonte Papst Leo XIV. Vielmehr werde durch das Internet "eine Kultur geschaffen, weil es die Macht hat, wie die Menschen die Welt wahrnehmen". Dadurch könne auch "das kollektive Bewusstsein tiefgreifend beeinflusst werden".
Deshalb sei es wichtig, bei einer Konferenz wie jener in Kigali "Strategien und Werkzeuge" zu entwickeln, die "die Suche nach der Wahrheit und die Förderung der Menschenwürde stärken". So könne "eine Kultur entstehen, die Werte des Evangeliums beinhaltet". Dazu zählten insbesondere die Werte der Einheit, des Friedens und des Schutzes der Umwelt, hob der Papst hervor. Die Botschaft wurde von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnet.
Nach der Verlesung der Botschaft des Papstes wurde eine Videobotschaft des Präfekten des vatikanischen Kommunikationsdikasteriums, Paolo Ruffini, gezeigt. Er betonte, dass trotz neuer Technologien weiterhin die alte Regel gelte: Kommunikation entstehe nicht durch technische Mittel, sondern durch die Menschen, die miteinander in Kontakt treten. Heute gebe es zwar "sehr mächtige" Technologien, zugleich sei die Menschheit durch Kriege, Polarisierungen und Desinformation geschwächt. Zudem leide sie "durch den Virus der Isolierung, der Fragmentierung und der falschen Intimität". Ein "Like" sei nicht dasselbe wie ein Lächeln, hob Ruffini hervor.
Der SIGNIS-Weltkongress findet von 3. bis 8. August erstmals auf afrikanischem Boden statt. In Kigali nehmen mehr als 300 katholische Journalistinnen, Journalisten und Medienschaffende aus rund 100 Ländern teil. Im Mittelpunkt der Tagung steht die Frage, wie digitale Kommunikation zur Förderung von kultureller Verständigung und menschlichem Wohlbefinden beitragen kann. Thematisiert werden auch ethische Fragen im Umgang mit digitalen Technologien und Künstlicher Intelligenz. Auch die Enzyklika von Leo XIV. "Magnifica humanitas" spielt dabei eine Rolle, so die Organisatoren des Treffens.
Der Katholische Weltverband für Kommunikation (SIGNIS) ist eine kirchliche Vereinigung von Gläubigen und Medienorganisationen in der römisch-katholischen Kirche. Er wurde 2001 gegründet und vom Päpstlichen Rat für die Laien in deren Register aufgenommen. Zum Weltverband zählen 126 Organisationen aus 122 Ländern.