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Sri Lanka: Zwei Todesurteile nach Osteranschlägen von 2019 verhängt

04.08.2026 16:35
Sri Lanka/Gericht/Todesstrafe/Kirche/Terroranschlag
Zwei ehemalige Regierungsvertreter wegen Versäumnissen bei Anschlagsprävention verurteilt - Kirche fordert weitere Aufklärung der Hintergründe
Colombo, 04.08.2026 (KAP) Ein Gericht in Colombo hat zwei ehemalige hochrangige Regierungsvertreter wegen Versäumnissen im Zusammenhang mit den Osteranschlägen von 2019 zum Tode verurteilt. Der frühere Polizeichef Pujith Jayasundara und der ehemalige Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Hemasiri Fernando, wurden schuldig gesprochen, Warnungen des Geheimdienstes nicht ernst genommen und die Anschläge nicht verhindert zu haben, wie "Vatican News" am Dienstag berichtete.

Am Ostersonntag, dem 21. April 2019, verübten Attentäter eine Serie koordinierter Anschläge auf drei Kirchen und mehrere Hotels in Sri Lanka. Mehr als 260 Menschen kamen dabei ums Leben, darunter 42 ausländische Staatsbürger. Hunderte weitere wurden verletzt. Ziel der Anschläge waren unter anderem die katholischen Kirchen St. Sebastian in Katuwapitiya und St. Anthony in Colombo.

Mehr als sieben Jahre nach den verheerenden Anschlägen wurde nun gegen Jayasundara und Fernando die Todesstrafe verhängt. Beide waren 2022 von einem aus drei Richtern bestehenden Gericht in denselben Anklagepunkten freigesprochen worden. Nachdem das Oberste Gericht eine Neuverhandlung angeordnet hatte, wurde der Prozess im März erneut aufgenommen.

Die katholische Kirche Sri Lankas betonte, dass die Hintermänner der Anschläge weiterhin nicht vollständig bekannt seien. Sie fordert eine umfassende Aufklärung darüber, wer die Attentate tatsächlich geplant und organisiert hat.

Auch Angehörige der Opfer sollen mit gemischten Gefühlen auf das Urteil reagiert haben. Rupika Rosario, deren Tochter Fathima Asla beim Angriff auf die katholische Kirche in Katuwapitiya getötet wurde, erklärte, keine Strafe könne die verlorenen Angehörigen zurückbringen. Gleichzeitig sei die Verurteilung ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gerechtigkeit.

In Sri Lanka besteht die Todesstrafe weiterhin, sie wird jedoch seit Jahren nicht mehr vollstreckt. Todesurteile werden üblicherweise in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.
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