Hilfswerk zum Welttag der indigenen Völker - Pilotprojekt unterstützt indigene Kleinbäuerinnen in Ecuador
Wien, 06.08.2026 (KAP) Unter dem Motto "Back 2 Nature" unterstützt Jugend Eine Welt in Ecuador den Schutz des Lebensraums der indigenen Bevölkerung. Anlässlich des "Internationalen Tages der indigenen Völker" am Sonntag (9. August) hat die österreichische Entwicklungsorganisation auf die von großer Armut betroffene größte indigene Bevölkerungsgruppe Ecuadors hingewiesen, die in Cebadas im Kanton Guamote in der Provinz Chimborazo lebt. Dort leben überwiegend Angehörige der Kichwas, die mit ökologischen Herausforderungen wie Ernteausfällen infolge anhaltender Trockenheit zu kämpfen haben. Für Bildungs- und Sozialprogramme sowie Investitionen in nachhaltige Produktionssysteme bat die Hilfsorganisation am Donnerstag in einer Aussendung um Unterstützung.
"Der Bergbau, die Erdölförderung, die Abholzung des Regenwaldes, die Verkarstung der Andenhochregion, gepaart mit den immer drastischeren Auswirkungen des Klimawandels, all das bedroht deren Lebensraum und damit ihr wirtschaftliches Auskommen in ihrer traditionellen Umgebung", betonte Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen Entwicklungsorganisation. Landflucht mangels Einkommensmöglichkeiten, fehlende Zukunftsperspektiven insbesondere für die junge Generation sowie infolge Entwurzelung und Verarmung in ungewohnter städtischer Umgebung seien oft "das bittere Ergebnis".
Um die nachhaltige ländliche Entwicklung und den Umweltschutz zu unterstützen, setzt Jugend Eine Welt gemeinsam mit lokalen Partnern auf die Vermittlung neuer agrarökologischer Praktiken. Mittlerweile haben etwa Kleinbäuerinnen aus neun lokalen Organisationen gemeinsam mit ihren Familien - insgesamt rund 1.000 Menschen - neue agrarökologische Methoden mitentwickelt, die nun beim Anbau typischer Andenpflanzen wie Papanabo, Oca und Melloco sowie von Gemüsesorten wie Kohl und Mangold unterstützen.
Durch die Kombination von lokalem Wissen, agrarökologischen Methoden und dem Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten würden langfristig widerstandsfähigere Gemeinden und nachhaltige Lebensgrundlagen entstehen. "Im Projekt wird partnerschaftlich gearbeitet und gemeinsam Neues entwickelt, also indigenes, an die lokalen Gegebenheiten angepasstes Wissen mit modernen, aus dem universitären Bereich kommenden agrarökologischen Methoden verbunden", so Heiserer. Das trage "zu einer sicheren, verlässlichen und gesunden Ernährung bei und erschließt den Menschen neue Einkommensquellen". Zudem könne das Projekt auch in anderen ländlichen Regionen mit ähnlichen Herausforderungen umgesetzt werden.