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Sr. Melanie Wolfers
Literatur
Bild Copyright: © melaniewolfers.de / Andreas Jakwerth

Melanie Wolfers: Freude hat gesellschaftspolitische Kraft in der Krise

08.08.2026 09:16
Österreich/Kirche/Literatur/Gesellschaft/Orden
Ordensfrau gibt in ihrem neuen Buch "Freude. Das Leben ins Herz schließen" Anleitungen, Freude im Alltag auch in Krisenzeiten zu bewahren
Wien, 08.08.2026 (KAP) In einer von Kriegen, Klimakrise, geopolitischen Konflikten, sozialer Spaltung, Ungerechtigkeit und Zukunftsängsten geprägten Zeit reiche Wissen allein nicht aus. Für einen weitreichenden ökologischen oder ökonomischen Wandel brauche es Freude, die ein "Wir sollten" in ein "Wir wollen" verwandelt, erklärte Melanie Wolfers im Vorfeld ihrer neuen Buchpublikation. In ihrem neuen Werk "Freude. Das Leben ins Herz schließen" beschreibt sie Freude als gesellschaftspolitische Kraft, die dazu antreibe, sich für das Wohlergehen anderer und eine lebenswerte Zukunft einzusetzen. "Freude lässt uns an Lebensmöglichkeiten glauben. Sie erwirkt einen positiven Blick auf die Welt und stärkt uns, mit den kleinen und großen Herausforderungen umzugehen", so die Bestsellerautorin und Philosophin.

Freude ist kein Luxus

Sich auch in Krisenzeiten Freude zu bewahren, sei weder blauäugig noch zynisch. Freude dürfe nicht als "Luxus" angesehen werden, der in Krisen als Erstes geopfert werde. Sie werde von jedem Einzelnen und von der Gesellschaft dringend gebraucht. Gerade wenn die mentale Gesundheit belastet sei, werde Freude "unser wichtigster Resilienzfaktor", sagt die in Wien lebende promovierte Ethikerin, die sich 2004 den Salvatorianerinnen anschloss.

Freude stärke die Selbstwirksamkeit und die Bereitschaft, "die Ärmel hochzukrempeln und Hand anzulegen". "Es schwächt den Lebenswillen, wenn man an nichts mehr Gefallen findet oder gar die Lust am Leben verloren hat." Die Freude auf eine Zukunft zu vertagen, in der gesellschaftliche Probleme weniger bedrängend sind oder alle Aufgaben erledigt sind, bedeute, sie auf den "St. Nimmerleinstag" zu verschieben - und wäre der falsche Ansatz.

Freudenkiller "Glücksangst"

Bedingt durch äußere und innere Faktoren und nicht zuletzt befeuert durch die "sogenannten sozialen Medien" komme vielen die Fähigkeit abhanden, ein sinnvolles und glückliches Leben zu führen. In ihrem Buch teilt die Ordensfrau u. a. persönliche Geschichten und alltagstaugliche praktische Tipps, um die Fähigkeit, Freude zu empfinden, neu einzuüben. Natur, Musik, Stille und genügend Schlaf zählten zu den "mächtigsten Quellen" der Freude.

Schuldgefühle, die "Glücksangst", den Augenblick nicht festhalten zu können, und Aufschieberitis zählten zu den größten Freudenkillern im Alltag. Das Leben sei keine Generalprobe und "Freude ist keine Bonuszahlung, die am Ende ausgeschüttet wird", appelliert Wolfers, der Freude Platz in der Gegenwart zu schenken.

Das Buch "Freude. Das Leben ins Herz schließen" erscheint am 1. September im bene! Verlag. Die Autorin ist Philosophin, Theologin, Rednerin und Beraterin. Sie betreibt den Podcast "Ganz schön Mutig", moderiert im ZDF das kirchliche Lebenshilfe-Talkformat "Die letzte Bank" und schreibt für diverse Magazine.
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