Katholische Unis in sieben Ländern bieten Bachelor-Abschluss in Kunst
08.08.202606:38
Vatikan/Kirche/Kunst/Universität
Neben der Universität in Rio de Janeiro wirken katholische Hochschulen in Santiago de Chile, Javeriana, Boston, Luanda, Lissabon und Mailand mit
Vatikanstadt, 08.08.2026 (KAP) Sieben katholische Hochschulen in Europa, Afrika, Nord- und Südamerika bieten einen neuen Bachelor-Abschluss in Kunst an. Die Kulturbehörde des Vatikans begründete die Initiative, die Kunstschaffende, Kuratoren und universitäre Einrichtungen weltweit verbindet, wie das Portal Vatican News am Freitag berichtete.
Die erste Ausgabe des Bachelor-Studiengangs wird am 27. August an der Pontificia Universidade Católica do Rio de Janeiro in Brasilien eröffnet. Er endet 2027 mit einem Abschluss in Venedig. Das Projekt umfasst Ausstellungen, Auftragsarbeiten, Publikationen und öffentliche Programme zu zeitgenössischen Fragestellungen.
Rio, Boston, Lissabon, Luanda, Mailand
Neben der Universität in Rio wirken katholische Hochschulen in Santiago de Chile, Javeriana (Kolumbien), Boston (USA), Luanda (Angola), Lissabon (Portugal) und Mailand (Italien) mit. Die Gesamtleitung hat Professor Nuno Crespo von der Katholischen Universität Lissabon inne.
Unter dem Titel "Übungen zur Empathie" befasst sich die Auftaktveranstaltung mit der Rolle der universitären Bildung und der Bedeutung von "Einfühlsamkeit" als gefährdeter Kategorie. Empathie sei ein strukturelles Prinzip der akademischen Arbeit, erklärte der Präfekt der Vatikanbehörde für Kultur und Bildung, Kardinal José Tolentino de Mendonça.
Gegen Polarisierung und Isolation
Aktuell herrschten in der Gesellschaft Polarisierung und Isolation durch ausgrenzende Kommunikationsformen, so der Kardinal. Dagegen sei nur eine empathiefähige Universität in der Lage, Wissen zu teilen und Formen der Zusammenarbeit im öffentlichen Leben zum Wohle des Menschen zu stärken, wie es Papst Leo XIV. in seiner Enzyklika "Magnifica humanitas" fordere.
Edith Stein und Hannah Arendt
Tolentino berief sich auch auf die deutschen Philosophinnen Edith Stein (1891-1942) und Hannah Arendt (1906-1975). Diese hätten in ihren Essays herausgestellt, dass Empathie die Andersartigkeit des Gegenübers achte und eine respektvolle Form der Erkenntnis ohne Anmaßung darstelle. In diesem Sinn solle der Bachelor-Abschluss als Plattform für Verbindungen zwischen Wissen, Personen und Institutionen fungieren.