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Philosoph, Universität Bonn, bei einem Vortrag am 8. August 2026 bei den 'Salzburger Hochschulwochen'
Salzburger Hochschulwochen
Bild Copyright: © Kathpress

"Den anderen wichtig sein": Philosoph mit neuer Theorie zum Lebenssinn

08.08.2026 15:08
Österreich/Philosophie/Gesellschaft/Religion/Salzburger.Hochschulwochen/Zichy
Christlicher Bonner Philosoph Zichy bei "Salzburger Hochschulwochen": Bisherige Sinn-Theorien weitgehend unbefriedigend - In einem sinnvollen Leben schießen eigene Wünsche, sinnstiftende Tätigkeiten und das Verhältnis zum Nächsten zusammen
Salzburg, 08.08.2026 (KAP) Eine neue, vom Nächsten ausgehende Theorie sinnvollen Lebens hat der Bonner christliche Philosoph Michael Zichy am Samstag bei einem Vortrag in Salzburg vorgestellt. Bisherige Antwortversuche aus der Philosophiegeschichte seien weitgehend unbefriedigend geblieben bzw. würden mit zu vielen Einwänden konfrontiert. Er setze dagegen auf eine "Teilhabetheorie", d. h. auf eine Sinnstiftung, die vor allem darin besteht, "anderen Menschen wichtig zu sein". Sinn werde erfahren, wo man sich von anderen geliebt empfinde, ohne instrumentalisiert zu werden, so Zichy bei dem Vortrag im Rahmen der "Salzburger Hochschulwochen".

Insgesamt würden bei einer gelingenden Form der Sinnstiftung bzw. des als sinnvoll erlebten Lebens dreierlei zusammenkommen: Die Befriedigung eigener Wünsche, sinnstiftende Tätigkeiten wie das Streben nach dem Wahren, Schönen und Guten sowie eben das Verhältnis zum Nächsten. Zusammenführen lasse sich diese Sinntheorie in der Formulierung bzw. im Rat: "Lass andere in positiver Weise an Deinem Leben teilhaben. Achte insbesondere darauf, dass Du einige tiefe zwischenmenschliche Beziehungen hast, in denen Du anderen, die Dir am Herzen liegen, aus den richtigen Gründen um Deiner selbst willen wichtig bist. Bemühe Dich darüber hinaus so um objektiv Wertvolles - um Wahrheit, Schönes und Gutes -, dass Du darin zur Geltung kommst und es möglichst anderen zugutekommt."

Als "unbefriedigend" hatte Zichy zuvor Sinntheorien bezeichnet, die sich jeweils auf metaphysische Spekulationen, auf nihilistische Gleichgültigkeit, auf subjektivistische Zugänge zum je eigenen Glück und auf rein objektivistische Gründe (Wahres, Schönes, Gutes) reduzieren ließen. Zum Bereich metaphysischer Sinnstiftungsversuche zählt laut Zichy auch die Annahme der Existenz eines Gottes. Dies mag individuell aus Sicht gläubiger Menschen tragfähig sein, es tauge jedoch mangels Verallgemeinerbarkeit nicht als tragfähige Sinntheorie in säkularen Gesellschaften.

(Zuletzt erschien zu diesem Thema Zichys Buch "Anderen wichtig sein. Eine Philosophie des Lebenssinns", Suhrkamp 2025.)
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