Inhaftierung von Regierungskritiker Pannalal als mögliche Folge des verschärften Religionsfreiheitsgesetzes im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh
Neu Delhi, 11.08.2026 (KAP) Die Festnahme eines prominenten Vertreters der christlichen Minderheit im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh hat bei Kirchenführern und Menschenrechtsaktivisten Besorgnis ausgelöst. Arun Pannalal (75), Präsident des Chhattisgarh Christian Forum und Kritiker der regierenden hindu-nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP), war am 7. August in der Hauptstadt Raipur festgenommen worden. Ihm wird laut einem Bericht von Ucanews (Montag) vorgeworfen, mit einem Kommentar in sozialen Medien religiöse Gefühle von Hindus verletzt zu haben. Ein Gericht ordnete eine 14-tägige Untersuchungshaft an.
Pannalals Sohn wies die Vorwürfe zurück. Sein Vater habe den fraglichen Beitrag nicht verfasst; möglicherweise habe sich jemand unter dessen Namen und mit seinem Foto als Pannalal ausgegeben. Die Familie kündigte einen Antrag auf Freilassung an.
Der Bischof von Raigarh, Paul Toppo, sieht die Festnahme im Zusammenhang mit dem verschärften Religionsfreiheitsgesetz des Bundesstaates, das Anfang August in Kraft trat. Die christliche Gemeinschaft und ihre Vertreter seien dadurch zu einem leichteren Ziel für antichristliche Kräfte geworden, sagte Toppo. Die Regierung gehe mit dem neuen Gesetz "in großer Eile" gegen Minderheiten vor und die Polizei belaste christliche Führungspersönlichkeiten mit fadenscheinigen Vorwürfen.
Besonders sensibel ist die Frage der Religionszugehörigkeit bei den Adivasi, den indigenen Bevölkerungsgruppen Chhattisgarhs. Ein beträchtlicher Teil der Adivasi praktiziert den christlichen Glauben; zugleich sind religiöse Konversionen in den überwiegend hinduistisch geprägten Regionen politisch und gesellschaftlich geächtet. Das neue Gesetz sieht bei Verstößen hohe Haftstrafen vor, in Fällen sogenannter Massenkonversionen sogar lebenslange Haft.
Kritiker befürchten, dass die Bestimmungen nicht nur Zwangskonversionen verhindern, sondern auch die freie Religionswahl erschweren könnten. Offiziell stellen Christen weniger als zwei Prozent der knapp 30 Millionen Einwohner Chhattisgarhs.