Ceuta: Bischof lädt angesichts Migrationskrise zu Gebetsvigil
11.08.202610:19
Spanien/Kirche/Migration/Flüchtlinge
Zuständiger Apostolischer Administrator, Valdivia: Für Frieden, Gerechtigkeit und Stabilität in Ceuta beten - Würdigung der christlichen Gemeinschaft der Enklave
Madrid, 11.08.2026 (KAP) Zu einem Gebetsabend für Frieden, Gerechtigkeit und Stabilität in der spanischen Exklave Ceuta hat angesichts der jüngsten Migrationskrise der Apostolische Administrator der Diözese Cadiz und Ceuta, Ramon Valdivia, aufgerufen. In einem Schreiben an Priester, Ordensleute und Gläubige bat der Weihbischof von Sevilla darum, am kommenden Freitag, dem Vorabend des Hochfestes Mariä Himmelfahrt (15. August), gemeinsam zu beten.
Die Anregung geht auf Papst Leo XIV. zurück. Das Gebet solle nicht nur dem Schutz Ceutas gelten, sondern auch helfen, die gegenwärtige Situation geistlich zu deuten. Die Ereignisse zeigten die Tiefe eines kulturellen Wandels, schrieb Valdivia. Es gelte, die Krise nicht nur als vorübergehendes Problem, sondern als Anlass für einen "neuen kulturellen Anfang" zu verstehen.
Zugleich verwies der Weihbischof von Sevilla auf das menschliche Leid hinter der Krise. Junge Menschen ohne Perspektive hätten sich, getrieben von politischen Parolen oder falschen Versprechungen, ins Ungewisse begeben. Minderjährige würden nach seiner Einschätzung zu leichten Opfern von Ausbeutung, während die Bewohner Ceutas ihre Lebensräume als verletzt empfunden hätten.
Valdivia wandte sich in seinem Aufruf auch an "Unsere Liebe Frau von Afrika", die Schutzpatronin von Ceuta. Sie sei für die Bevölkerung "der Leuchtturm", der durch stürmische Zeiten führe.
Zugleich würdigte der Bischof die kleine christliche Gemeinschaft der Stadt, die angesichts der Ankunft einer Gruppe von Migranten von einer Größenordnung nahe der eigenen Bevölkerung besonderen Belastungen ausgesetzt gewesen sei. Die Kirche müsse nun dazu beitragen, Angst zu überwinden und den Glauben als Kraft für den Wiederaufbau des gesellschaftlichen Zusammenhalts sichtbar zu machen.
Bereits zuvor hatte sich die Caritas Ceuta tief besorgt angesichts der über 100 jüngsten Todesfälle unter den Migranten gezeigt und betont, niemand dürfe gezwungen sein, auf der Suche nach Hilfe oder einer besseren Zukunft sein Leben zu riskieren. Besonders Minderjährige und andere besonders schutzbedürftige Menschen müssten geschützt werden. Die kirchliche Hilfsorganisation warnte zudem vor einer politischen oder geopolitischen Instrumentalisierung der Migration.
Schon im April hatte die Diözese Cadiz und Ceuta mit ihrem Sekretariat für Migration in Tarifa eine Gebetswache für Migranten veranstaltet, die auf der Flucht ums Leben gekommen oder verschwunden sind. Christen und Muslime beteten damals gemeinsam; der Leiter der Migrationspastoral, Pater Sante Zanetti, rief zu einer "Kultur der Begegnung" zwischen Migranten und Aufnahmegesellschaft auf. Valdivia hatte im Mai das Aufnahmezentrum La Esperanza für unbegleitete Minderjährige besucht.
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