Statt Täter der Siedlergewalt zu fassen, müssten Bürger des christlichen Dorfes Taibeh mit noch mehr Einschränkungen leben
Ramallah, 11.08.2026 (KAP/KNA) Der Bürgermeister von Taibeh, Suleiman Khoury, hat die israelische Abriegelung des letzten christlich-palästinensischen Dorfes im Westjordanland als nicht im Interesse der Bewohner bezeichnet. Die Siedlung aus Schutzgründen zu einem militärischen Sperrgebiet zu erklären, bewahre Taibeh nicht vor Angriffen durch extremistische israelische Siedler, sagte er laut einem von der Nachrichtenagentur KNA aufgegriffenen Bericht der palästinensischen Agentur Wafa.
Laut Khoury erhielt die Gemeinde bislang weder eine offizielle Mitteilung über die Entscheidung noch Einzelheiten zu deren Umsetzung. Die Abriegelung schade den Interessen der Dorfbewohner und ihrer Existenzgrundlage. Khoury stellte zudem die Begründung Israels für den Schritt infrage. Während Israel die Abriegelung mit Angriffen israelischer Siedler auf das Dorf rechtfertigt, gingen die Angriffe weiter. Er forderte, die Täter zu stoppen und zur Rechenschaft zu ziehen, statt dem Dorf weitere Einschränkungen aufzuerlegen.
Am Sonntag wurde bekannt, dass die israelische Armee mit Datum vom 23. Juli ein etwa 13 Quadratkilometer großes Gebiet rund um Taibeh (Taybeh) zum militärischen Sperrgebiet erklärt hat. Die Anordnung, die bis Juli 2027 gilt, verbietet Nichtanwohnern die Einreise und den Aufenthalt in Taibeh. Ein Armeesprecher erklärte später gegenüber Medien, das Verbot gelte nicht für Palästinenser oder Journalisten.