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Apostolischer Vikar: Kirche in Golfregion trotz Krieg präsent

12.08.2026 11:02
Bahrain/Kuwait/Katar/Iran/USA/Kirche/Krieg/Minderheiten/Christentum/Konflikte
Bischof Berardi: Weiterhin angespannte militärische Lage und spürbare Folgen des Konflikts im Alltag
Rom, 12.08.2026 (KAP) Fast sechs Monate nach Beginn des Kriegs zwischen den USA und Iran beschreibt der Apostolische Vikar von Nordarabien, Bischof Aldo Berardi, die Lage in der Golfregion als von Unsicherheit und Fragilität geprägt. Die Kirche wolle mit Solidarität, Gebet und Gemeinschaft auf die Folgen des Konflikts reagieren, sagte Berardi im Gespräch mit "AsiaNews" (Dienstag). Zu seinem Vikariat gehören die Länder Bahrain, Kuwait, Katar und Saudi-Arabien.

Die militärische Lage habe sich zuletzt etwas beruhigt, bleibe aber angespannt. Angriffe und Gegenschläge hätten auch Kuwait und Bahrain getroffen, wo sich der Sitz des Vikariats befindet. "Es ist unmöglich zu wissen, was wirklich geschieht", sagte Berardi mit Blick auf widersprüchliche Meldungen über mögliche Vereinbarungen zwischen Washington und Teheran.

Herausfordernde Situationen

Die Folgen des Kriegs seien im Alltag spürbar. Menschen hörten Alarme und Drohnen, viele hätten wegen des Verlusts ihrer Arbeitsplätze oder aus Angst vor dem Krieg die Region verlassen. Besonders betroffen seien Migranten. Für die Wirtschaft sei dies eine sehr schwierige Ausgangslage, ebenso wie die Versorgung teilweise problematisch sei. So gebe es in Bahrain und Kuwait Engpässe bei wichtigen Gütern.

Für die Kirche bedeute die hohe Mobilität der Menschen eine besondere pastorale Herausforderung. Wenn Gläubige aus beruflichen Gründen die Region verlassen, müsse die Ausbildung von Laien für liturgische und gemeinschaftliche Aufgaben immer wieder neu beginnen. Auch bei den Schulen herrsche Unsicherheit: Prüfungen seien teilweise abgesagt worden, Kinder hätten auf Online-Unterricht ausweichen müssen.

Präsenz und Nähe

Trotz des Kriegs besuchte Berardi in den vergangenen Monaten alle Pfarren des Vikariats. Dies sei wichtig gewesen, um den Gläubigen zu zeigen, "dass der Bischof präsent und nahe ist". Im Mittelpunkt standen Gebet, die Begegnung mit Priestern und Ordensfrauen sowie mit Gemeinden verschiedener Riten. Die Kirche wolle sich nicht auf die Spendung der Sakramente beschränken, sondern am Leben und Leiden der Menschen Anteil nehmen. Bemerkenswert sei zudem, dass kein Priester um eine Ausreise gebeten habe. Alle hätten sich entschieden zu bleiben. "Wir werden die Region niemals aus Angst verlassen", sagte Berardi.

Als Hinweis dafür, dass diese Haltung auch bei den Gläubigen präsent sei, schilderte der Bischof eine Messe, während der bei allen Mobiltelefonen ein Alarm ausgelöst wurde. Dennoch habe niemand die Kirche verlassen. Auch der Besuch des bahrainischen Kronprinzen Salman bin Hamad Al Khalifa in der Kathedrale sei bedeutsam gewesen. Er habe darum gebeten, die Kirche offen zu halten, damit Menschen dort beten und geistliche Unterstützung finden könnten.

Für die Zukunft sieht Berardi die zentrale Frage in der Bedeutung der christlichen Präsenz. Die Kirche sei keine vorübergehende Gemeinschaft von Außenstehenden, sondern wolle "an der Entwicklung dieser Länder teilhaben". Zugleich verwies er auf die lange Geschichte des Christentums in der Region. Zeugnisse des Märtyrers Aretas und archäologische Funde in den Emiraten, Bahrain und Kuwait erinnerten an christliche Gemeinschaften, die dort bereits vor dem Aufstieg des Islam bestanden hätten.
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