Heiliger Engelbert Kolland erhält Museum in Zell am Ziller
12.08.202615:10
Österreich/Kirche/Engelbert.Kolland/Museum
Feierliche Eröffnung am 15. August - Startschuss für Engelbert-Jahr, das mit der Feier des 200. Geburtstags des 1860 in Syrien ermordeten Märtyrers am 21. September 2027 endet
Salzburg, 12.08.2026 (KAP) Am Samstag, 15. August, laden die Tiroler Pfarrgemeinde Zell am Ziller und die Engelbert-Kolland-Gemeinschaft zur Einweihung des neuen Engelbert-Museums ein. Die Segnung erfolgt nach dem Mariä-Himmelfahrt-Festgottesdienst. Das Museum befindet sich in einem historischen Haus aus der ehemaligen Gemeinde Rachau bei Knittelfeld, in dem die aus Ramsau im Zillertal stammenden Eltern des heiligen Engelbert Kolland (1827-1860) zeitweise lebten. Das abgetragene und in Zell am Ziller wiedererrichte Haus umfasst vier Ausstellungsräume: einen für die Ewige Anbetung, einen zur Darstellung von Leben und Wirken des heiligen Engelbert, einen zur Zillertaler Kirchengeschichte mit Porträts bedeutender Geistlicher sowie einen neu fertiggestellten Raum, der der heutigen Engelbert-Verehrung gewidmet ist.
Am 15. August wird vor Ort auch ein Engelbert-Jahr gestartet, das mit der Feier des 200. Geburtstags des Heiligen am 21. September 2027 endet. Dazu kommt, dass am kommenden 10. Oktober das 100-Jahr-Jubiläum der Seligsprechung Kollands begangen wird.
Der heilige Engelbert Kolland, mit Taufnamen Michael Kolland, wurde am 21. September 1827 in Ramsau im Zillertal geboren und einen Tag später in Zell am Ziller getauft. Nachdem seine Eltern aus religiösen Gründen ihre Heimat verlassen mussten, erhielt er mit Unterstützung von Erzbischof Schwarzenberg eine Ausbildung in Salzburg, trat nach der Matura in den Franziskanerorden ein und nahm den Namen Engelbert an. Am 13. Juli 1851 wurde er in Trient zum Priester geweiht.
Als sprachbegabter Ordensmann folgte Kolland seiner Berufung in die Mission und wurde 1855 ins Heilige Land entsandt, wo er vor allem in Damaskus wirkte. Während der Christenverfolgungen von 1860 weigerte er sich mehrfach, seinem Glauben abzuschwören, und erlitt am 10. Juli gemeinsam mit sieben franziskanischen Mitbrüdern den Märtyrertod.
Engelbert Kolland wurde 1926 seliggesprochen. Er ist der einzige in der Erzdiözese Salzburg geborene Märtyrer (Teile des Zillertales gehören zur Erzdiözese Salzburg) und seit 1986 zweiter Pfarrpatron von Zell am Ziller. Am 20. Oktober 2024 wurde Kolland von Papst Franziskus (2013-2025) heiliggesprochen.
Ewige Anbetung in Zell am Ziller
In Zell am Ziller wird seit elf Jahren rund um die Uhr gebetet. Die Ewige Anbetung besteht seit 2015 und ermöglicht, dass 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche jemand vor dem ausgesetzten Allerheiligsten betet. Nach einer etwa sechsmonatigen Vorbereitungszeit wurde sie auf Initiative zweier Pfarrgemeinderätinnen zunächst in der Kapelle des damaligen Seniorenwohnheims eingerichtet und seither ohne Unterbrechung fortgeführt. Bis zum 15. August kann die Gemeinde auf über 96.421 Anbetungsstunden zurückblicken.
Während der Coronazeit übersiedelte die Anbetung vorübergehend in den Jungscharraum und zuletzt in das Engelbert-Museum. Rund 200 Frauen und Männer zwischen 18 und 97 Jahren beteiligen sich mit festen Gebetszeiten, überwiegend aus der Pfarre Zell am Ziller, aber auch aus anderen Zillertaler Pfarren und dem Inntal. Die stille Anbetung lebt vom einfachen Dasein vor Gott und wird von einem engagierten Anbetungsteam organisiert, das mit Tagesverantwortlichen und einer Reserveliste die lückenlose Fortführung sicherstellt. "Die Anbetung ist still, es geht einfach darum, vor dem Herrn da zu sein, den Himmel offenzuhalten", so Dekan Ignaz Steinwender.