Pazifik-Bischöfe mahnen zu Vorsicht bei Tiefseebergbau
14.08.202610:42
Guam/Ökosystem/Ozean/Bergbau/Umwelt/Kirche
Warnung vor irreversiblen Schäden für Artenvielfalt, ökologische Zusammenhänge und langfristige Widerstandsfähigkeit in dem noch kaum erforschten Ökosystem
Hagatña/Rom, 14.08.2026 (KAP) Die Bischöfe des Pazifikraums haben vor den Plänen für kommerziellen Tiefseebergbau gewarnt. Sie fordern äußerste Vorsicht, solange es keine Beweise gibt, dass diese Aktivitäten ohne schwerwiegende oder irreversible Schäden möglich sind. Dies geht laut "Vatican News" aus einer aktuellen pastoralen Erklärung der Bischofskonferenz des Pazifik (CEPAC) hervor.
Die Bischöfe betonen, dass große Meeresbodenflächen im Pazifik inzwischen für kommerzielle Nutzung vorgesehen sind. Dazu gehören etwa 133.500 Quadratkilometer in den Gewässern um Amerikanisch-Samoa und Gebiete nahe dem Meeresschutzgebiet des Marianengrabens, der tiefsten Stelle der Erde. Sie rufen Regierungen, Wissenschaftler, indigene Gemeinschaften und Kirchen dazu auf, über die Zukunft des Ozeans und die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen zu beraten.
Die Tiefsee zählt zu den am wenigsten erforschten Ökosystemen der Erde. Vieles über ihre Artenvielfalt, ökologischen Zusammenhänge und langfristige Widerstandsfähigkeit ist noch unbekannt. Die Bischöfe betonen, dass das Fehlen vollständiger wissenschaftlicher Gewissheit keine Entschuldigung dafür sein darf, ohne die gebotene Sorgfalt voranzuschreiten.
Unterzeichnet wurde die Erklärung vom CEPAC-Präsidenten Erzbischof Ryan P. Jimenez von Agaña auf Guam, zugleich Vorsitzender der Föderation der katholischen Bischofskonferenzen Ozeaniens (FCBCO). Die Kirche sei nicht grundsätzlich gegen wissenschaftliche Forschung oder verantwortungsvolle wirtschaftliche Entwicklung, heißt es. Technologischer Fortschritt müsse jedoch die Würde des Menschen, die Schöpfung und das Gemeinwohl achten.
Für die Völker des Pazifiks sei diese Verantwortung eng mit Gerechtigkeit, Frieden und dem Schutz ihrer Kultur verbunden. Die heutige Generation solle nicht dafür in Erinnerung bleiben, was sie aus der Schöpfung entnommen, sondern dafür, was sie bewahrt habe. Die Bischöfe schlossen ihre Erklärung mit einem Gebet um Weisheit für politische Entscheidungsträger; kommende Generationen sollten einen "gesunden und lebensfähigen Ozean" erben.