Peru erklärt Papstbesuch zum "nationalen Interesse"
14.08.202611:23
Peru/Papst/Kirche/Regierung/Umwelt/Minderheiten
Leo XIV. kehrt vom 11. bis 17. November in Land seiner früheren Wirkstätte zurück - Bischöfe erwarten wichtige Impulse besonders für Amazonien
Lima, 14.08.2026 (KAP) Die Regierung in Peru hat den für 11. bis 17. November geplanten Besuch von Papst Leo XIV. in dem Andenland offiziell zum "nationalen Interesse" erklärt. Damit sollen die staatlichen Stellen die notwendigen Maßnahmen für einen reibungslosen Ablauf der Reise koordinieren. Vorgesehen ist unter anderem eine hochrangige Sonderkommission unter Federführung des Außenministeriums. Auch Zoll- und Einfuhrerleichterungen für benötigte Ausrüstung sollen ermöglicht werden.
Nach Angaben der Regierung werden mindestens 700.000 Menschen zu den Gottesdiensten und Veranstaltungen mit dem Papst erwartet: Rund 350.000 in Lima, 100.000 bis 150.000 in Cusco sowie jeweils etwa 75.000 in Pucallpa und Chiclayo. In der nordperuanischen Stadt Chiclayo war Leo XIV. von 2015 bis 2023 Bischof. Der in Chicago als Robert Prevost geborene Papst besitzt seit 2015 auch die peruanische Staatsbürgerschaft und verbrachte fast 20 Jahre als Augustiner und Missionar in dem südamerikanischen Land.
Der für die Organisation des Papstbesuchs in Lima zuständige Weihbischof Guillermo Elías Millares betonte in einem Interview für das Programm "León XIV vuelve a casa" der Erzdiözese Lima die geistliche Dimension der Reise. Der Besuch dürfe nicht auf Fotos und äußere Abläufe reduziert werden, sondern müsse als "Pastoralbesuch" verstanden werden. Mehr als zehn Kommissionen bereiten die Reise vor. Geplant sind unter anderem Treffen mit Klerus, Ordensfrauen und Jugendlichen sowie ein Besuch im Gefängnis. "Peru hat auch Papst Leo XIV. evangelisiert. Peru hat ihn berührt", sagte Elías.
"Papst kennt die Realität Perus sehr gut"
Besondere Bedeutung hat der Besuch in den Amazonasgebieten. Der Apostolische Vikar von Puerto Maldonado, David Martínez de Aguirre, äußerte sich dazu in einem weiteren Interview der Erzdiözese Lima. Die Reise sei eine Chance, das kirchliche Leben zu stärken und die Gemeinden für eine missionarische Kirche zu mobilisieren. In seinem Vikariat hätten Gläubige bereits unmittelbar nach der Ankündigung begonnen, ihre Teilnahme an den Veranstaltungen in Pucallpa und Cusco zu organisieren.
Martínez de Aguirre, der den heutigen Papst noch aus dessen Zeit als Bischof in Chiclayo kennt, hob dessen persönliche Kenntnis der unterschiedlichen Regionen Perus hervor. Der Papst kenne "sehr gut die Realität Perus und unserer Kirche" und wisse, "wo es uns wehtut" und welches Wort das Land brauche. Zugleich werde Leo XIV. nach Einschätzung des Bischofs zur Einheit und zu einem stärkeren missionarischen Einsatz aufrufen. Seine augustinische Prägung und seine langjährige Erfahrung als Missionar hätten einen starken Einfluss auf sein Verständnis von Gemeinschaft und Kirche.
Auch der Apostolische Vikar von Iquitos, Miguel Ángel Cadenas, erwartet von Leos Besuch in Pucallpa ein Signal für die gesamte Amazonasregion. In einem ebenfalls von der Erzdiözese Lima veröffentlichten Interview bezeichnete er die geplante Station als bedeutend für die gesamte Panamazonien. Die Botschaft des Papstes aus Pucallpa werde "die Amazonas-Kirche nicht nur Perus, sondern der gesamten Panamazonien" in den kommenden Jahren prägen, sagte Cadenas.
Der Bischof erwartet zudem deutliche Worte zu Menschenwürde und Umweltschutz. Angesichts der Folgen eines aus seiner Sicht ungerechten Rohstoffabbaus für indigene Bevölkerungsgruppen werde der Papst über die sozialen und ökologischen Herausforderungen der Region sprechen. Leo XIV. habe durch seine Jahre als Missionar eine besondere Sensibilität für Menschen in abgelegenen und benachteiligten Gebieten entwickelt. Seine Reise dürfe deshalb nicht bei einem oberflächlichen Fest stehen bleiben, sondern müsse zu einem stärkeren Einsatz für die Armen und Verwundbaren führen.
Der Peru-Besuch ist Teil einer längeren Südamerikareise von Papst Leo. Zuvor besucht er vom 6. bis 8. November Uruguay und vom 8. bis 11. November Argentinien. Leo XIV. hat eine enge Verbindung zu Peru: Der in Chicago geborene Augustinermissionar lebte fast 20 Jahre im Land, wurde 2015 peruanischer Staatsbürger und war von 2014 bis 2023 Bischof von Chiclayo.
Papst Leo XIV. wird im November elf Tage lang Südamerika bereisen - Reise mit emotionalen und politischen Höhepunkten - Kathpress-Korrespondentenbericht von Ludwig Ring-Eifel