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Bild Copyright: © Georg Pulling/Kathpress

Wien: Erzbischof und Superintendent bekräftigen Zusammenarbeit

14.08.2026 12:49
Österreich/Kirche/Ökumene/Religionsunterricht/Grünwidl/Geist
Katholischer Erzbischof Grünwidl und evangelischer Superintendent Geist zu Arbeitsgespräch zusammengetroffen
Wien, 14.08.2026 (KAP) Erzbischof Josef Grünwidl und der Wiener evangelische Superintendent Matthias Geist haben bekräftigt, dass sie die ökumenischen Beziehungen in der Bundeshauptstadt noch intensivieren wollen. Nach einem Gespräch am Freitag im Wiener Erzbischöflichen Palais betonten sie gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress die Notwendigkeit, "als Kirchen so eng als möglich zusammenzurücken", wie es Geist formulierte.

Natürlich versuche jede Kirche, sei es die katholische, evangelische oder orthodoxe, ihre eigene Identität zu stärken und sich auch zu profilieren, so Grünwidl. Aber zusätzlich brauche es immer stärker auch das Miteinander. Es gelte, als christliche Kirchen gemeinsam Position zu beziehen. Nur mit einer gemeinsam starken Stimme werde man auch gut in der Gesellschaft gehört.

Zu den Themen des Gesprächs im Erzbischöflichen Palais zählte u. a. das Projekt des "Campus der Religionen" sowie Entwicklungen beim Religionsunterricht. Im Religionsunterricht gebe es bereits gute konfessionsübergreifende Modell, die freilich stetig weiterentwickelt werden müssten, sagte Grünwidl.

In Wien gibt es u. a. seit vielen Jahren den sogenannten "dialogisch-konfessionellen" Religionsunterricht. Sechs christliche Kirchen (katholisch, evangelisch, orthodox, altkatholisch, freikirchlich, neuapostolisch) haben sich darauf geeinigt, dass sie, wenn es die Klassensituation nahelegt, den Religionsunterricht an eine jeweils andere Kirche gleichsam "delegieren" können. Die Lehrenden müssen dabei verschiedenen Lehrpläne beachten. Mehr als 160 Schulklassen in Wien setzten dieses Modell bereits um.

Grünwidl nannte als wichtige ökumenische Bereiche zudem exemplarisch die Telefonseelsorge und er wolle auch die Arbeit von Caritas und Diakonie hervorheben, die in vielen Bereichen gemeinsame Herausforderungen und Anliegen hätten, so der Wiener Erzbischof.

Geist sprach von der "gemeinsamen Seelsorge an Orten, an denen die Gesellschaft uns wirklich braucht". Ein Beispiel sei hier die Gefängnisseelsorge, so der Superintendent, der unmittelbar vor dem Termin bei Grünwidl einem Gottesdienst in einer Wiener Justizanstalt vorgestanden war, "und zwar in einer katholischen Kapelle".

Zur Frage, ob sie auch konkrete Perspektiven für eine Eucharistiegemeinschaft zwischen Katholiken und Evangelischen sehen, wollten sich Grünwidl und Geist zeitlich nicht festlegen. Grünwidl betonte dazu: "Die ökumenische Neugier und die Bereitschaft, auch im spirituellen und im liturgischen Bereich aufeinander zu schauen, voneinander zu lernen und gemeinsam zu feiern, ist grundsätzlich da." Dieser Bereich sei zwar immer noch ausbaufähig in allen Richtungen, aber er sei überzeugt: "Wir sind auf einem guten Weg."

Ähnlich äußerte sich der Superintendent. Zentral sei für ihn, so Geist, "dass wir spirituelle Erfahrungen bzw. Momente der Gotteserfahrung miteinander teilen".
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