Auch Österreichs Christbaumbauern melden Dürreschäden
14.08.202612:58
Österreich/Umwelt/Wetter/Pflanze/Wald
Neue Pflanzungen besonders in Nieder- und Oberösterreich sowie dem Burgenland stark betroffen - Heuriger Christbaumverkauf dennoch gesichert
St. Pölten, 14.08.2026 (KAP) Die anhaltende Trockenheit setzt auch den Christbaumkulturen in Österreich zu. "Bei den Neupflanzungen haben wir Ausfälle von 50 bis 70 Prozent", berichtete Josef Reithner, Obmann der ARGE NÖ Christbaum- und Schmuckreisigproduzenten, am Freitag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress. Besonders betroffen seien Niederösterreich und das Burgenland sowie Teile Oberösterreichs. In der Steiermark, Tirol und Salzburg seien die Kulturen hingegen vergleichsweise gut durch die Trockenperiode gekommen.
Wie stark die Schäden ausfallen, hänge stark von der Lage ab, so Reithner. Vor allem Südhänge seien betroffen, weil dort die Böden besonders stark ausgetrocknet seien. Auch in Deutschland gebe es nach seiner Einschätzung bereits Schäden; die Trockenheit ziehe sich durch weite Teile Europas.
Zwar gilt die Nordmanntanne gegenüber anderen Baumsorten als die resistenteste gegen Trockenheit. Bei frisch gesetzten Christbäumen helfe diese Eigenschaft jedoch nur begrenzt: Deren Wurzeln reichten zunächst lediglich etwa 15 bis 20 Zentimeter tief, während die Trockenheit derzeit bereits rund 75 Zentimeter in den Boden reiche. Zudem sei es im Winter und Frühjahr zu wenig nass gewesen. "Es gab kaum Niederschlag, nur einmal Schnee, der lag drei Wochen", sagte Reithner.
Einzelne Christbaumbauern hätten versucht, die jungen Pflanzen zu bewässern. Das sei jedoch nur schwer umzusetzen: Pro Hektar würden dafür rund 40.000 bis 50.000 Liter Wasser benötigt. Wo die Neupflanzungen vollständig vertrocknet seien, müsse im kommenden Jahr von vorne begonnen werden. Die im Vorjahr und noch davor gepflanzten Christbäume seien aufgrund ihrer bereits stärker entwickelten Wurzeln bislang meist noch gut durchgekommen. Halte die Trockenheit allerdings noch einen Monat oder länger an, könnten auch diese Bestände stärker betroffen sein.
Auswirkungen auf den Christbaumverkauf sind laut Reithner dennoch nicht zu erwarten, zumindest vorerst: Die heuer gesetzten Bäume würden ohnehin erst nach acht bis zehn Jahren verkaufsfähig. Die Ausfälle würden sich daher erst in späteren Jahren bemerkbar machen.
Reithner hofft nun auf "einen möglichst langen, nicht zu starken Regen". Die Christbaumbauern seien auf ausreichend Niederschlag angewiesen, um die jungen Kulturen über die nächsten Wochen zu bringen.