Österreich-Verantwortliche betonen im "Sonntagsblatt"-Interview u.a. internationale Dimension der katholischen Laiengemeinschaft im Umfeld der Jesuiten
Graz, 14.08.2026 (KAP) Die "Gemeinschaft Christlichen Lebens" (GCL) ist eine weltweite ignatianische Laiengemeinschaft in der katholischen Kirche im Umfeld der Jesuiten. Ihre Mitglieder treffen sich in kleinen Gruppen, um ihren Glauben im Alltag zu vertiefen und sich gegenseitig zu unterstützen. Die GCL lebt aus der ignatianischen Spiritualität - "Gott suchen und finden in allen Dingen" - und ist international vernetzt und vielfältig engagiert. Im Sommerinterview mit dem steirischen "Sonntagsblatt" haben die Österreich-Verantwortlichen u. a. die weltweite Vernetzung als Herausstellungsmerkmal der GCL betont. Die internationale Perspektive und das vielfältige Engagement der Menschen würden sie an der GCL besonders faszinieren, so Renate Pistrich, GCL-Vorsitzende in Österreich.
Die GCL gibt es in mehr als 70 Ländern mit einem gemeinsamen Sekretariat in Rom. In Österreich zählt die GCL rund 160 Mitglieder. Alle fünf Jahre gibt es GCL-Welttreffen - zuletzt in Beirut (Libanon), Buenos Aires (Argentinien) und Amiens (Frankreich).
Pistrich: "Mich hat überzeugt, dass die GCL eine weltweite Gemeinschaft ist. Ich schaue gern über den Tellerrand." Bei den Welttreffen begegne man Menschen aus zahlreichen Ländern und bekomme ungefilterte Einblicke in deren Lebensrealität. Die Themen seien sehr unterschiedlich: "Migration in Spanien und Mexiko, mutige juristische Schritte im Libanon oder konkrete Hilfe in den USA."
Der Jesuit P. Wolfgang Dolzer ist Kirchlicher Assistent der GCL. Er unterstrich im Interview ebenfalls die internationale Dimension: "Allein wie der Libanon so viele Geflüchtete aufgenommen hat - mehr als jedes andere Land -, und dass sie sogar eine Klage gegen Israel vorbereiten, weil ihr Land verdreckt und vergiftet wird. Oder dass Menschen in Amerika für Personen einkaufen gehen, die von der Einwanderungsbehörde verfolgt werden, das finde ich super. Sie gehen an die Ränder, dorthin, wo sonst keiner hingeht. Jesus ist auch an die Ränder gegangen." Mit wenigen Begriffen würde er die GCL als "geistlich, kritisch und lebendig" beschreiben, so Dolzer.
Die "Gemeinschaft Christlichen Lebens" baut auf einer langen ignatianischen Tradition auf. Schon 1563 gründete der Jesuit Jean Leunis am Römischen Kolleg kleine Gruppen, in denen Menschen ihren Glauben bewusst im Alltag lebten. Diese frühen Sodalitäten - also Gemeinschaften oder Vereinigungen - verbanden geistliche Begleitung, Bildung und konkretes Tun. Aus dieser Wurzel entstand die heutige GCL. (Infos: https://gcloe.at/)