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Bischof Elbs: "Wer glaubt, wird der Schöpfung mit Ehrfurcht begegnen"

15.08.2026 09:34
Österreich/Kirche/Religionsfest oder Feiertag/Klimaveränderung/Dürre/Glaube/Agrar
Feldkircher Bischof zu Mariä Himmelfahrt: "Wer an den Himmel glaubt, sieht die Erde mit anderen Augen" - Erinnerung an Schöpfungsverantwortung angesichts spürbarer Folgen der Klimakrise
Feldkirch, 15.08.2026 (KAP) Angesichts von Hitze, Trockenheit und den Folgen für Natur und Landwirtschaft hat der Vorarlberger Bischof Benno Elbs zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung aufgerufen. "Dieser Sommer führt uns auf eindringliche Weise vor Augen, wie eng unser Leben mit der Schöpfung verbunden ist und wie sehr wir Menschen von ihr abhängig sind", so Elbs in einem Beitrag für die "Vorarlberger Nachrichten" anlässlich des Hochfestes Mariä Himmelfahrt am 15. August. Obwohl das Fest den Blick zunächst von der Erde weg in den Himmel zu richten scheine, sei die Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in das Himmelreich ein Zeichen der Hoffnung für den Menschen und die ganze Schöpfung.

"Gott gibt seine Schöpfung nicht dem Vergehen preis", so Elbs. Das Mariä-Himmelfahrtsfest erzähle von der Bestimmung des Menschen und der Welt. "Denn was in Maria Wirklichkeit geworden ist, ist auch uns verheißen. Wer glaubt und darauf vertraut, dass Gott seine Schöpfung zur Vollendung führen will, wird ihr mit Ehrfurcht begegnen und sich auch nach Kräften für ihren Erhalt einsetzen", so der Bischof. Wer an den Himmel glaube, lerne die Erde mit anderen Augen zu sehen: "als einen uns anvertrauten Lebensraum, an dem sich Gottes Güte widerspiegelt".

Dabei erinnerte Elbs an eine Bitte aus dem alten Pfingsthymnus "Veni Sancte Spiritus": Die Bitte "Dürrem gieße Leben ein" bekomme angesichts des diesjährigen Sommers eine neue Bedeutung. Was ursprünglich das nach Gottes Geist dürstende menschliche Herz meinte, werde "zu einem Gebet für die ganze Schöpfung, die nach Leben und Wasser verlangt". Die Dürre, die historisch niedrigen Pegelstände der Seen und Flüsse und die Ernteeinbußen zeigten, wie sehr das Leben der Menschen mit der Schöpfung verbunden sei. "Wir leben nicht neben ihr und schon gar nicht über ihr. Wir leben von ihr und mit ihr."

Zugleich erinnerte Elbs, dass der Mensch trotz aller Möglichkeiten nicht alles selbst bestimmen könne: Er könne weder das Wachstum von Pflanzen und Früchten erzwingen noch Regen "auf Knopfdruck" herbeiführen. Daraus erwachse eine Verantwortung, die nicht delegiert werden könne. Die Bitte "Dürrem gieße Leben ein" werde damit zu einer Haltung des Lebens: "dort Leben zu fördern, wo Dürre herrscht, Hoffnung zu säen, wo Resignation um sich greift, und die Schöpfung als das zu bewahren, was sie ist: Gottes gute Gabe, deren Schutz und Erhalt in unseren Händen liegt."
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