Salzburger Erzbischof bei Festgottesdienst am "Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel": "Die Ursehnsucht Gottes, ein Gott mit den Menschen zu sein, wurde in Maria Wirklichkeit"
Salzburg, 15.08.2026 (KAP) Gott nach dem Vorbild von Maria Platz im eigenen Leben und besonders auch im Leben der Kirche zu geben: Dazu hat Erzbischof Franz Lackner am Samstag beim Festgottesdienst am "Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel" (Mariä Himmelfahrt) aufgerufen. "Gott ist ein zärtlicher Gott. Er drängt sich nicht auf, aber er wirbt um unserer Aufmerksamkeit für ihn", sagte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz im Salzburger Dom. Maria habe mit ihrem Leib das Menschwerden Gottes bekleidet, so Lackner: "Die Ursehnsucht Gottes, ein Gott mit den Menschen zu sein, wurde in Maria Wirklichkeit."
Dem wahren Geheimnis Mariens nachzuspüren sei nicht leicht, so der Salzburger Erzbischof in seiner Predigt. Lackner empfahl den Blick auf ein Marien-Lob des Heiligen Franziskus (um 1181-1226), an dessen 800. Todestag die Kirche heuer mit einem Jubiläumsjahr erinnert. Darin heißt es etwa: "Sei gegrüßt, du sein Gewand." Der von Menschwerdung Gottes zutiefst bewegte Franziskus habe die als "Königin" und "heilige Gottesmutter" angesprochene Maria damit nicht nach dem beschrieben, was sie tut und leistet, sondern was sie für Gott ist, so Lackner: "Sein kommt vor dem Tun. Maria ist zuerst Wohnraum für Gott. In Maria hat Gott sein Zelt aufgeschlagen."
Bei der Vorbereitung auf den Feiertag sei ihm neu aufgegangen, "wie nahe Gott uns Menschen in Maria gekommen ist", fügte Erzbischof Lackner hinzu. Gleichzeitig habe ihn dies zur Frage geführt: "Wo in meinem Leben und - noch wichtiger - wo in unserer Kirche kann Gott sein Zelt heute aufschlagen? Gibt es überhaupt noch irgendeinen Platz, den wir noch nicht erobert und mit unserem stets expandierenden 'Ich' und einem partikularistischen 'Wir' nicht schon längst besetzt halten?"
Aufnahme Mariens in den Himmel
Das Hochfest Mariä Himmelfahrt hat seinen Ursprung in der Ostkirche, wo es im Jahr 431 eingeführt wurde. In der römischen Kirche wird die in der Bibel nicht beschriebene Aufnahme Mariens in den Himmel seit dem siebten Jahrhundert gefeiert. Papst Pius XII. verkündete 1950 als vorerst letztes katholisches Dogma die "leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel". Der Lehrsatz unterstreicht die für das christliche Menschenbild wesentliche Zusammengehörigkeit von Leib und Seele.
Nicht nur in Österreich ist das auch "großer Frauentag" genannte Fest mit einer Reihe von Bräuchen verbunden, vor allem mit Prozessionen und Kräutersegnungen.
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