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Syrien: Historische Feierstunde im Simeonskloster

17.08.2026 09:20
Syrien/Kirche/Konflikte/Ökumene/Orthodoxie
Zahlreiche hochrangige Kirchenvertreter bei ökumenischem Gebet anlässlich der "Wiedererrichtung" der Säule des hl. Simeon des Älteren
Wien/Aleppo, 17.08.2026 (KAP) Im orthodoxen Simeonskloster im Nordwesten Syriens unweit der Metropole Aleppo wurde dieser Tage eine bedeutsame ökumenische Feier abgehalten, wie der "Pro Oriente"-Informationsdienst berichtete. Ein Teil der Säule des Heiligen Simeon Stylites wurde an ihren ursprünglichen Standort im Kloster auf den noch vorhandenen Stumpf der Säule aufgesetzt. Das Ereignis sei von tiefer spiritueller, historischer und kirchlicher Bedeutung gewesen, hieß es.

Die Feierstunde mit einem ökumenischen Gebet stand unter der Patronanz des orthodoxen Metropoliten von Aleppo, Metropolit Ephrem Maalouli, der zahlreiche hochrangige Vertreter verschiedener Kirchen begrüßen konnte; u. a. den syrisch-orthodoxen Metropoliten Boutros Kassis, den melkitischen Metropoliten Georges Masri und den maronitischen Erzbischof Joseph Tobji. Auch hochrangige Vertreter der Behörden waren gekommen.

Teile des Klosterkomplexes, darunter auch der Bereich um die Säule herum, wurden während der Kriegsjahre beschädigt, das Erdbeben von 2023 verursachte weitere Schäden an Teilen des antiken Bauwerks. Die archäologische Stätte soll nun als Ort für kulturell und spirituell Interessierte neu belebt werden. Das Kloster des Heiligen Simeon gilt als eine der bedeutendsten christlichen archäologischen Stätten in Nordsyrien.

Strenger Asket auf einer Säule

Der hl. Simeon der Ältere wurde um 390 geboren und verbrachte fast 40 Jahre seines Lebens bis zu seinem Tod 459 als strenger Asket auf einer Säule. Er gilt als erster Säulenheiliger und begründete diese Form der strengen Askese. Über die Säule wurde nach seinem Tod eine Kirche errichtet, zudem wurden ein großer Klosterkomplex für bis zu 300 Mönche und weitere Kirchen errichtet. Die Stätte war schon zu Lebzeiten des Heiligen eines der bekanntesten Pilgerziele der Region.

Die Ruinen des Klosters sind die bedeutendste Stätte der Region der sogenannten "Toten Städte". Darunter versteht man das Gebiet zwischen Aleppo im Osten, Antiochien (heute das türkische Antakya) und Apamea im Süden. Auf einer Fläche von rund 8.000 Quadratkilometern finden sich Ruinen von ca. 800 (christlichen) Dörfern und Städten aus dem 4. bis 7. Jahrhundert sowie von ca. 2.000 Kirchen. Die "Toten Städte" gehören zum UNESCO-Welterbe.
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