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Marien-Schiffsprozession am Kärntner Wörthersee zu Mariä Himmelfahrt
Wörthersee-Schiffsprozession
Bild Copyright: © Diözesan-Pressestelle/Assam

Bischof Glettler: Denken, Sprechen und Tun "entfeinden"

16.08.2026 08:03
Österreich/Kirche/Glaube/Brauchtum/Gesellschaft/Christentum
Tausende bei traditioneller nächtlicher Marien-Schiffsprozession am Kärntner Wörthersee zu Mariä Himmelfahrt
Klagenfurt, 16.08.2026 (KAP) Vor dem Errichten von Feindbildern in der Gesellschaft hat Bischof Hermann Glettler bei der traditionellen Marien-Schiffsprozession am Kärntner Wörthersee zu Mariä Himmelfahrt gewarnt. "Entfeinden wir unser Denken, Sprechen und Tun", rief Glettler bei der nächtlichen Prozession am Samstagabend auf. Eine "Herzens-Hygiene" sei vonnöten, "dass wir nicht die Menschen um uns herum, die Fremden, die Andersgläubigen, die sozial Schwachen zu Feinden erklären".

An der vom Kärntner Bischof Josef Marketz geleiteten Schiffsprozession mit einem vielfältigen Rahmenprogramm an den Anlegestellen Klagenfurt, Krumpendorf, Pörtschach, Velden und Maria Wörth nahmen tausende Besucherinnen und Besucher teil.

Der Innsbrucker Bischof Glettler stellte in seinen Kurzansprachen bei den fünf Anlegestellen Maria als Quelle von Hoffnung und Vertrauen in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Mariä Himmelfahrt sei ein "antidepressives Fest der Entlastung von allem, was Menschen hinunterzieht, was sie bedrückt und bedrängt - die vielen Zumutungen des Lebens und die vielen Ängste".

Maria wisse um die "unzähligen Momente der Hoffnungslosigkeit" in der aktuellen Zeit, so Glettler. "Sie hält diese Momente mit uns aus, sie bewahrt uns davor, alles hinzuschmeißen, gleichgültig oder aggressiv und hart zu werden", wandte sich der Bischof an die Gläubigen. Mit Maria könne man sich von aller Resignation und Gleichgültigkeit zum Trotz von Gott aufrichten lassen zu echter Menschlichkeit.

Gegen die "Volkskrankheit der Vereinsamung" rief Glettler dazu auf, Maria als Vorbild für eine "Wallfahrt zum Nächsten" zu nehmen. Auch dürfe Leben nicht nach einem rein oberflächlichen Nutzen oder ökonomischen Wert bemessen werden.

Musikalisch gestaltet wurde die heuer zum 72. Mal abgehaltene Schiffsprozession vom Chor- und Bläserensemble der Dommusik sowie von einem Quartett der "Kärntner aus Maria Wörth". Die Tradition der Marien-Schiffsprozession am Kärntner Wörthersee geht auf das Jahr 1954 zurück. Damals kam aus dem bekannten Wallfahrtsort Fatima in Portugal eine Marienstatue für die St. Josef-Kirche nach Klagenfurt-Siebenhügel.

Um diese Statue festlich in die Kirche einzuführen, kam man auf die Idee, sie mit einem Schiff von Velden zum Klagenfurter Ufer zu bringen. Vom Ufer trug man sie in einer Lichterprozession zur Kirche. Die Teilnahme an dieser ersten abendlichen Marienfahrt war so groß, dass man sich entschloss, jedes Jahr zum Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel diese Statue in einer nächtlichen Schiffsprozession über den Wörthersee zu führen.
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