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Spanischer Kardinal Rouco Varela wird 90

19.08.2026 07:49
Spanien/Kirche/Leute/Kardinäle/Rouco/90
Ehemaliger Bischofskonferenz-Vorsitzender und Erzbischof von Madrid hatte während seiner Amtsjahre beträchtlichen Einfluss auf den Kurs der Kirche in Spanien
Madrid, 19.08.2026 (KAP/KNA) Der Madrider Kardinal Antonio María Rouco Varela wird am Donnerstag (20. August) 90 Jahre alt. Der zum konservativen Kirchenflügel gehörende Rouco leitete die spanische Hauptstadtdiözese von 1994 bis 2014. Viermal wurde er zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt. 1998 nahm ihn Papst Johannes Paul II. ins Kardinalskollegium auf.

Rouco hatte während seiner 20 Jahre an der Spitze der Erzdiözese Madrid sowie als Episkopatsvorsitzender beträchtlichen Einfluss auf den Kurs der Kirche in Spanien wie auch auf Bischofsernennungen. Politisch stand er dem rechten Flügel der konservativen Volkspartei Partido Popular nahe.

Mit seinem Eintreten für den Schutz der traditionellen Familie und gegen Abtreibung machte er sich auch Gegner. Unter anderem wurde er 2014 von Femen-Aktivistinnen attackiert. Die Einführung der "Homo-Ehe" in der Ära des sozialistischen Reformers José Luis Zapatero (2004-2011) konnte Rouco letztlich ebenso wenig verhindern wie eine weitere Abtreibungsliberalisierung.

Derzeit drei Madrider Kardinäle

Ein Kuriosum: Spaniens Hauptstadt stellt derzeit mehr als ein Prozent des gesamten Kardinalskollegiums: neben Rouco auch noch den Emeritus Carlos Osoro Sierra (81) sowie den amtierenden Erzbischof José Cobo Cano (60), die beide von Papst Franziskus (2013-2025) ernannt wurden. Ein weiteres Kuriosum: Von Spaniens insgesamt elf Kardinälen ist Cobo als einziger unter 80 Jahre alt und damit zur Papstwahl berechtigt.

Erst seit 1885 ist Madrid Sitz eines Bischofs; damals wurde es aus dem schon seit der Antike bestehenden Erzbistum Toledo ausgegliedert. Seit 1964 ist Madrid auch Sitz eines Erzbischofs, aber erst seit 1991 eine eigene Kirchenprovinz mit den unterstellten Diözesen Alcalá de Henares und Getafe.
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