Australien: Bischöfe warnen vor gesellschaftlicher Spaltung
17.08.202611:57
Australien/Kirche/Gesellschaft/Politik
Kirchenvertreter verurteilen in Erklärung zu "Woche der sozialen Gerechtigkeit" Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Rassismus
Brisbane, 17.08.2026 (KAP) Die katholischen Bischöfe Australiens haben die Gläubigen aufgerufen, Spaltung, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Rassismus zu bekämpfen. In einer Erklärung zur ab 30. August bevorstehenden "Woche der sozialen Gerechtigkeit" warnen sie vor einer schärferen Rhetorik zu Einwanderung und nationalen Werten, wie die Nachrichtenportale "Vatican News" und "Asianews" melden.
"In jüngster Zeit ist das Gefühl, in Australien in Frieden und Harmonie zusammenleben zu können, durch eine zunehmende Polarisierung der Ansichten zu wichtigen Fragen in Politik und Gesellschaft bedroht worden", mahnen die Bischöfe. Unterschiedliche Ansichten seien an sich kein Problem. Die Polarisierung sei jedoch "von harten Worten, Diskriminierung von Menschen bestimmter Glaubensrichtungen und Rassen und sogar von entsetzlichen Gewalttaten begleitet worden".
Das Dokument verweist besonders auf die Ermordung von 15 Juden in Sydney im Dezember 2025. Das Massaker von Bondi Beach "markiert eine schwere Eskalation des gewalttätigen Hasses und signalisiert einen besorgniserregenden Rückgang der Sicherheit der Gemeinschaft und des sozialen Zusammenhalts".
Bischof: Nein zu Extremismus oder Populismus
Die Stellungnahme erscheint vor dem Hintergrund wachsender Zustimmung für die Politikerin Pauline Hanson und ihre rechtsgerichtete Partei One Nation. Obwohl das Bischofspapier Hanson nicht namentlich nennt, kritisierte Bischof Tim Harris ihre politische Linie offen. Er betonte, dass Positionen unterstützt werden müssen, die Menschen wertschätzen und ihnen Würde geben. "Wir dürfen Extremismus oder Populismus in keiner Form annehmen", so der Bischof von Townsville.
Harris ist Vorsitzender der Bischofskommission für soziale Gerechtigkeit, Mission und Dienst, und war laut den Berichten federführend bei der Erstellung der Erklärung der Bischöfe. Harris gilt als offener Kritiker Hansons.