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Landwirtschaft
Bild Copyright: © pixabay / gemeinfrei

Kirche und Landwirtschaft: "Bauern wollen sich verstanden fühlen"

19.08.2026 09:49
Österreich/Kirche/Religion/Ackerbau/Politik/Klimaveränderung/Klimaerwärmung/Umwelt/Umweltpolitik/Landwirtschaft
Osttiroler Pfarrer: "Es gibt Verzweiflung und die Leute beschäftigt ihre Zukunft"
Innsbruck, 19.08.2026 (KAP) "Die Bauern wollen sich verstanden fühlen": Die Hitze und lange Trockenperiode setzen nicht nur der Natur, sondern auch den in der Landwirtschaft tätigen Menschen zu, sagt der Osttiroler Pfarrer und frühere Bergbauer Siegmund Bichler. Wochenlang kein Regen, braune Böden und Flächen, auf denen nichts mehr nachwachse, "da entsteht Verzweiflung und die Leute beschäftigt ihre Zukunft", schildert der Pfarrer in Virgen und Prägraten in Osttirol. "Die Landwirtschaft bekommt noch nicht die gesellschaftliche Solidarität, die sie bräuchte. Die Bewusstseinsbildung und das Verständnis sind schon vereinzelt da, aber in der Masse bisher nicht." Die Aufgabe der Kirche in diesem Prozess sieht der Pfarrer vorwiegend in der Bewusstseinsbildung, etwa die Perspektive der Landwirtschaft sichtbar zu machen.

Schöpfungsverantwortung bedeute hier, die konkrete Situation der Landwirtschaft wahrzunehmen und die Sorgen jener Menschen ernst zu nehmen, die unmittelbar von den Veränderungen betroffen sind, so der Seelsorger im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress. Zwar sei ein Umdenken bei Bauern, Politik, Kirche und Gesellschaft für den Klimawandel und dessen Folgen schon vorhanden, aber bislang nicht ausreichend; so falle es teils noch immer schwer, den Zusammenhang zwischen Klimaveränderungen und menschlichem Handeln zu akzeptieren. Bichler verwies in diesem Zusammenhang auf die Enzyklika "Laudato si'" von Papst Franziskus, die er als wichtigen Schritt bezeichnete.

Auch in der Diözese Innsbruck gebe es bereits entsprechende Strukturen. Eine eigene Stelle für Nachhaltigkeit berate Pfarren, zudem treffe sich regelmäßig eine Gruppe mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Ein konkreter Ausdruck der Verbundenheit mit der Landwirtschaft sei für viele Bauern etwa der traditionelle Wettersegen, bei dem in den Sommermonaten um gedeihliches Wetter gebeten werde.

Wie unmittelbar die Folgen des Klimawandels die Landwirtschaft treffen, zeigt sich laut Bichler derzeit in Osttirol. Nach mehreren ertragreichen Jahren sei der Futterertrag heuer wegen der großen Trockenheit drastisch eingebrochen. Es gebe "die Hälfte oder noch weniger" des Vorjahresertrags. Viele Bauern hätten zwar noch Vorräte aus den vergangenen Jahren, die anhaltende Trockenheit beschäftige die Menschen dennoch stark. Laut Bichler, der selbst jahrelang in der Landwirtschaft tätig war, gäbe es immer wieder "unterschiedliche Jahre von Witterung und Ernte, mal besser, mal schlechter", die heurige Hitze stehe aber über alle Erfahrungen.
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