KA-Präsident Kaineder: "Natur lässt uns hautnah spüren, dass wir sie endlich als unsere Lebensgrundlage und Mitwelt sehen und behandeln müssen"
Wien, 18.08.2026 (KAP) Die anhaltende Trockenheit in Österreich macht laut der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) deutlich, dass die Klimakrise "keine Bedrohung der Zukunft, sondern Realität im Hier und Jetzt" ist. Trotz der jüngsten Niederschläge dürften die Ursachen der Krise nicht aus dem Blick kommen. Nötig sei ein "entschlossenes, solidarisches Handeln auf allen Ebenen", so die offizielle Laienorganisation der Österreichischen Bischofskonferenz. "Schöpfungsverantwortung und Mitweltgerechtigkeit heißen, konsequent am Klimaschutz dranzubleiben und radikale Maßnahmen umzusetzen", betonte KAÖ-Präsident Ferdinand Kaineder und forderte ein "mitweltgerechtes Leben und Wirtschaften", Solidarität für Bäuerinnen und Bauern und wirksame politische Maßnahmen zur Senkung der CO-Emissionen.
"Die Jahre 2023 und 2024 haben gezeigt, dass sinkende Emissionen möglich sind, wenn der politische Wille vorhanden ist. Angesichts der zunehmenden Klimaauswirkungen braucht es jetzt entschlossenes politisches Handeln und klare Prioritäten für den Klimaschutz", so Kaineder. Schöpfungsverantwortung müsse sich nicht nur im persönlichen Lebensstil, sondern auch auf politischer, gesellschaftlicher und kirchlicher Ebene konkret zeigen. Konkret brauche es eine ökologische Umkehr sowie einen Wandel hin zu einer sozial-ökologischen Politik und Wirtschaftsordnung. "Die Natur schreit danach", meinte Kaineder.
Laut GeoSphere Austria zählen die vergangenen Monate zu den trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. "Die Natur lässt uns hautnah spüren, dass wir sie endlich als unsere Lebensgrundlage und Mitwelt sehen und behandeln müssen", so Kaineder.
Schuldenstundung für Bäuerinnen und Bauern
Als akute Unterstützung für die von der Trockenheit besonders betroffenen Bäuerinnen und Bauern appellierte die KAÖ zudem an Banken und Kreditinstitute, bestehende Schulden vorübergehend zu stunden. "Ein Aussetzen von Rückzahlungen bis zur wirtschaftlichen Stabilisierung der Betriebe würde für viele Landwirtinnen und Landwirte eine immense Entlastung bedeuten. Für finanzielle Überbrückungshilfen könnten etwa Genossenschaftsrücklagen aktiviert werden", so der KAÖ-Präsident.