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Armutskonferenz zu neuen Lehrplänen: Wirtschaft nicht isoliert sehen

19.08.2026 14:00
Österreich/Politik/Wirtschaft/Schule/Armutskonferenz
Netzwerk übt Kritik an Trennung wirtschaftlicher von gesellschaftlichen, ökologischen und politischen Perspektiven
Wien, 19.08.2026 (KAP) Kritik an der vermeintlichen Trennung von Wirtschaft und Gesellschaft in den neuen Lehrplänen übt die Armutskonferenz. In seiner Stellungnahme im Rahmen der Begutachtungsphase spricht sich das Netzwerk für die "Umsetzung einer lebensweltbezogenen und mehrperspektivischen wirtschaftlichen Bildung im Rahmen des Schulunterrichts" aus. Unschwer seien in den Lehrplänen die ideologischen Absichten hinter der Trennung wirtschaftlicher von gesellschaftlichen, ökologischen und politischen Perspektiven zu erkennen, die auch von finanzstarken Lobbyverbänden und Think Tanks immer wieder eingefordert werden.

Im "Plan Z" des Bildungsministers sei beispielsweise eine Tabelle enthalten, in der wirtschaftliche Bildung in den Cluster Technik und Wirtschaft mit Fächern wie Mathematik und Informatik zugeordnet wird - abgekoppelt von einem Cluster Mensch und Gesellschaft, warnte die Armutskonferenz.

In der Jugendarbeit, in Schuldenberatungen, bei Familienhilfen und Sozialunterstützungen seien Fragen des Geldes, des Haushaltens und des Konsumentenschutzes ein bedeutsames Feld, so die Armutskonferenz. Deshalb sei aus sozialpädagogischer und angewandter Perspektive die Trennung zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, Umwelt und Demokratie abzulehnen. "Wir wenden uns deswegen gegen die Schwächung oder Splitterung des Faches Geographie und wirtschaftliche Bildung (GWB) und setzen uns für eine umfassende 'Finanz- & Wirtschaftsbildung' ein", heißt es wörtlich in der Stellungnahme.

Gute Wirtschafts- und Finanzbildung an Schulen ist für die Armutskonferenz an fünf Kriterien erkennbar: an einem umfassenden Wirtschaftsbegriff, an einem mehrperspektivischen und multiparadigmatischen Bildungsansatz, an einem zugleich kritischen und aufklärenden Ansatz, an transparenten und unabhängigen Institutionen sowie am Bestreben, Zusammenhänge zu sehen und Kontexte herzustellen, um verantwortlich handeln zu können.
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