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Nationalratsabgeordnete fordern Freilassung von Bahá'í im Iran

20.08.2026 15:37
Österreich/Religion/Diskriminierung/Religiöse Diskriminierung/Politik/Gesellschaft, Bevölkerung
Parteienübergreifende Erklärung für Inhaftierte - UN-Experten sprechen von "eskalierender Unterdrückung"
Wien, 20.08.2026 (KAP) 34 Abgeordnete des österreichischen Nationalrats haben die sofortige und bedingungslose Freilassung der im Iran inhaftierten Bahá'í Peyvand und Borna Naimi sowie aller aufgrund ihres Glaubens inhaftierten Bahá'í und sonstigen Gewissensgefangenen gefordert. In einer am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Erklärung verurteilen sie die zunehmende Verfolgung und Stigmatisierung der religiösen Minderheit im Iran.

Die Bahá'í bilden die größte nicht-muslimische religiöse Minderheit im Iran, werden jedoch in der iranischen Verfassung nicht anerkannt und sind seit Jahrzehnten systematischer staatlicher Verfolgung ausgesetzt, hieß es in der Aussendung. Laut Human Rights Watch erfüllt die jahrzehntelange Verfolgung der Bahá'í durch die iranischen Behörden den Tatbestand des Verbrechens gegen die Menschlichkeit.

Peyvand Naimi (30) und Borna Naimi (29) befinden sich seit Jänner beziehungsweise März 2026 im Gefängnis von Kerman. Laut der Erklärung liegen Berichte vor, wonach beide schwer gefoltert, Scheinhinrichtungen ausgesetzt und zu falschen Geständnissen gezwungen worden seien. Die Abgeordneten berufen sich dabei unter anderem auf Berichte der Vereinten Nationen und von Menschenrechtsorganisationen.

Nach Angaben der Bahá'í International Community befanden sich mit Stand 14. August 2026 insgesamt 55 Bahá'í aufgrund ihres Glaubens in Haft. Weitere 21 Menschen würden elektronisch überwacht. Zudem seien mehr als 400 Fälle staatlicher Menschenrechtsverletzungen gegen Bahá'í dokumentiert.

Zu den österreichischen Unterzeichnenden gehören u. a. die Obfrau des außenpolitischen Ausschusses, Petra Bayr (SPÖ), und der Obmann des Menschenrechtsausschusses und der Volksanwaltschaft, Nikolaus Scherak (NEOS) sowie Gudrun Kugler (ÖVP). Weiters haben Nazila Ghanea, UN-Sonderberichterstatterin für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Nicolas Levrat, UN-Sonderberichterstatter für Minderheitenfragen, Mai Sato, UN-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtslage im Iran, sowie Alice Jill Edwards, UN-Sonderberichterstatterin über Folter die Erklärung unterzeichnet.

Das Bahaitum, aus dem schiitischen Islam hervorgegangen, versteht sich als jüngste monotheistische Offenbarungsreligion und vertritt die Idee der Einheit der Menschheit. Heute zählt die Gemeinschaft rund sechs Millionen Anhänger weltweit. Das geistige Zentrum der Bahai-Gemeinde, das "Universale Haus der Gerechtigkeit", befindet sich in Haifa in Israel.
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