Burkina Faso: Hoffnung trotz Sicherheitskrise und Klimawandel
20.08.202613:40
Österreich/Burkina Faso/Hilfsorganisation/Kirche
Caritas-Generalsekretär Abbé Constantin über Situation in westafrikanischem Sahelstaat
Innsbruck/Ouagadougou, 20.08.2026 (KAP) Im westafrikanischen Burkina Faso stehen Fortschritte in Landwirtschaft, Wirtschaft und gesellschaftlichem Engagement einer angespannten Sicherheitslage und den Folgen des Klimawandels gegenüber. Das hat Abbé Constantin Safanitié Sere, Generalsekretär von Caritas Burkina, in einem von der Tiroler Caritas (Donnerstag) veröffentlichten Gespräch dargelegt. Größte Herausforderung sei nach wie vor die Sicherheitslage. Rund ein Viertel des Landes wird von Rebellen und islamistischen Terrorgruppen kontrolliert. Laut UN-Angaben gibt es etwa zwei Millionen Binnenvertriebene.
Der Klimawandel verschärft die Unsicherheiten für die Bevölkerung. Wetterextreme nehmen zu, und die Jahreszeiten sind schwerer vorhersehbar. "Früher gab es etwa alle fünf Jahre Sandstürme, die die Sicht für mehrere Tage einschränkten - heute kommen sie fast jährlich vor", berichtete Sere. Auch Hitzeperioden dauern länger als früher, was die landwirtschaftliche Planung erschwert.
Wasser ist eine Schlüsselressource in dem Sahelstaat. Während der Süden des Landes vergleichsweise gut versorgt ist, sind die nördlichen Regionen zunehmend von Trockenheit betroffen. Durch technologische Fortschritte beim Brunnenbau erhielten immer mehr Dörfer Zugang zu Trinkwasser. Dennoch reiche die Infrastruktur vielerorts nicht aus, berichtete der katholische Geistliche: Häufig müssten bis zu 500 Menschen gemeinsam einen eigentlich nur für 300 Personen ausgelegten Brunnen nutzen.
"Menschen sind voller Hoffnung"
Seit 2022 ist in Burkina Faso eine Militärregierung unter Ibrahim Traoré an der Macht. Ankündigungen, Terrorismus nachhaltig zu bekämpfen, waren bisher nicht erfolgreich. Abbé Constantin bezeichnete die allgemeine Lage laut Caritas Tirol dennoch als geprägt von vorsichtigem Optimismus. "Viele Menschen sind voller Hoffnung", sagte der Caritas-Generalsekretär.
Als einen wichtigen Grund dafür nannte Sere die Entwicklung im Agrarsektor. Rund 70 Prozent der Bevölkerung leben von Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Viehzucht. Nach einer guten Regenzeit im vergangenen Jahr hätten die Ernten und damit die Ernährungssicherheit deutlich verbessert werden können. Gleichzeitig habe sich die wirtschaftliche Situation stabilisiert: Burkina Faso exportiere derzeit mehr, als es importiert, die Inflation sei gestoppt worden und die Lebenshaltungskosten sind teilweise gesunken.
Burkina Faso ist ein Partnerland der Caritas Tirol und seit 1992 ein Schwerpunktland der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Für "OCADES Caritas Burkina" stehen Ernährungssicherheit und die ausreichende Versorgung der Bevölkerung sowie der Binnenvertriebenen mit Nahrungsmitteln im Zentrum. Ebenso wichtig ist der Ausbau der Wasser-, Hygiene- und Sanitärversorgung. Die Caritas Tirol ruft in ihrer aktuellen Sommersammlung zu Spenden für die Projekthilfe in Burkina Faso auf.