Griechisch-orthodoxer Erzbischof Christophoros über Vorbereitungen zum Jubiläum "2.000 Jahre Taufe Jesu" im Jahr 2030
Amman, 20.08.2026 (KAP) Der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Jordanien und Vorsitzende des Rates der Kirchenoberhäupter im Königreich, Christophoros (Atallah), hat auf die herausragende Bedeutung der Feierlichkeiten zum Jubiläum "2.000 Jahre Taufe Jesu" im Jahr 2030 hingewiesen. Das Jubiläum sei eine einmalige Chance, auf Weltebene Jordaniens tief verwurzeltes christliches Erbe zu entdecken, so der Erzbischof im Interview mit der jordanischen Nachrichtenagentur "Petra".
Der Erzbischof sprach von einem "Ereignis von globaler kirchlicher, spiritueller und historischer Bedeutung". Insofern sei es auch nicht damit getan, punktuell das Jubiläum zu begehen. Es gelte vielmehr, die Feierlichkeiten als Ausgangspunkt dafür zu nützen, Jordaniens Position auf der globalen christlichen Pilgerlandkarte zu stärken und ein bleibendes Erbe für zukünftige Generationen zu hinterlassen.
Christophoros würdigte die Unterstützung von König Abdullah II. und der jordanischen Regierung für die Jubiläumsfeierlichkeiten und sprach von einer "nationalen Anstrengung", die Staat, Kirchen und andere relevante Institutionen zusammenbringen würde. Für die internationale Gemeinschaft werde Jordanien so als positives Modell der Koexistenz, Zusammenarbeit und des Schutzes des religiösen Erbes sichtbar.
Jordanien will die als Taufstelle Jesu verehrte Stätte "Al-Maghtas" am jordanischen Ufer des Jordanflusses weiter ausbauen. Auf einer Fläche von 140 Hektar sollen neben der Taufstätte ein Taufmuseum, ein Pilger- und Besucherdorf und ein sogenannter grüner Korridor entstehen, um die Artenvielfalt zu schützen. Unter anderem sollen Naturwanderwege angelegt werden. Die Arbeiten sollen Anfang 2027 beginnen und im ersten Quartal 2029 abgeschlossen werden. Der jordanische Ministerpräsident Jafar Hassan unterzeichnete jüngst Vereinbarungen zu vier Projekten mit einem geschätzten Gesamtvolumen von umgerechnet 104 Millionen Euro.
Heiligkeit der Taufstelle wahren
Erzbischof Christophoros wies im Interview darauf hin, dass der Taufplatz ein Ort des Gebets bleiben müsse. Die Taufstelle sei kein herkömmliches Touristenziel, sondern ein heiliger Ort, "an dem Gläubige beten, nachdenken und der Botschaft des Evangeliums begegnen können". Deshalb brauche es einen ausgewogenen Ansatz, der den Pilgern angemessene Dienstleistungen biete und gleichzeitig die Heiligkeit, spirituelle Atmosphäre und die natürliche Umgebung des Gebietes schützt.
Im Blick auf seine eigene orthodoxe Kirche sagte der Erzbischof, diese sei ein aktiver Partner bei den Vorbereitungen und ihr Beitrag werde weit über die für das Jahr 2030 geplanten Feierlichkeiten hinausreichen. Zu den kirchlichen Aufgaben gehörten spirituelle, seelsorgerische, kulturelle und mediale Initiativen sowie Vorbereitungen unter Einbeziehung von Geistlichen und Jugendlichen und Bemühungen zur Stärkung der Beziehungen zu orthodoxen und anderen christlichen Gemeinschaften weltweit.
Christophoros hob Jordaniens Reichtum an biblischen und kirchlichen Stätten hervor. Eine Pilgerreise sollte nicht am Jordan enden. Pilger sollten auch ermutigt werden, andere christliche Stätten im ganzen Königreich zu entdecken, darunter Madaba mit seiner berühmten Mosaikkarte, den Berg Nebo, die Burg Machaerus (Hinrichtungsstätte von Johannes dem Täufer) sowie Örtlichkeiten, die mit dem Propheten Elija in Verbindung gebracht werden. Zudem gelte es, die lebendige Kirche des Landes kennenzulernen.