Open Doors fordert wirksamen Schutz für religiöse Minderheiten
Wien, 21.08.2026 (KAP) Das Hilfswerk Open Doors warnt vor dem Missbrauch der pakistanischen Blasphemiegesetze gegen religiöse Minderheiten. Aktuelle Fälle würden zeigen, wie falsche Anschuldigungen Menschen jahrelang ins Gefängnis bringen oder deren Leben gefährden könnten, so Open Doors anlässlich des UN-Gedenktags für Opfer religiöser Gewalt am 22. August in einer Aussendung. Zwar seien zuletzt zwei Christen in Pakistan freigesprochen worden, gleichzeitig starb ein weiterer Angeklagter im Gefängnis, nachdem seine Diabeteserkrankung nicht behandelt worden sei.
Open Doors fordert angesichts solcher Fälle "stärkere Schutzmaßnahmen, Rechtsreformen und einen wirksamen Schutz für religiöse Minderheiten". Falsche Blasphemievorwürfe würden auch dazu missbraucht, persönliche Konflikte, etwa um Grundstücke, auszutragen, hieß es.
Im pakistanischen Strafrecht kann Blasphemie, verstanden als Beleidigung des Islam und des Propheten Mohammed, als schwere Straftat mit lebenslanger Haft oder Todesstrafe geahndet werden. Seit den 1980er Jahren wurden Dutzende Menschen, sowohl Muslime als auch Nichtmuslime, wegen Blasphemie festgenommen und verurteilt. Allerdings wurde noch nie ein Todesurteil wegen Blasphemie vollstreckt. Immer wieder gibt es wegen Blasphemievorwürfen jedoch Lynchjustiz und Angriffe auf Häuser und Kirchen von Christen. Zwischen 1994 und 2023 wurden laut der christlichen Menschenrechtsgruppe Center for Social Justice 95 Personen durch solche Akte getötet.
Zudem sei institutionelle Diskriminierung für Christen an der Tagesordnung, hieß es; so gäbe es etwa Berufe, die von der Gesellschaft als minderwertig und unrein betrachtet werden und von den Behörden für Christen "reserviert" werden. Rund 1,9 Prozent der nach Schätzungen etwa 250 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner Pakistans sind Christen.
Der UN-Gedenktag erinnert seit 2019 jährlich am 22. August an Opfer von Gewalthandlungen aufgrund ihrer Religion oder Weltanschauung. Open Doors zufolge sind weltweit mehr als 388 Millionen Christen in 70 Ländern einem zumindest hohen Maß an Verfolgung oder Diskriminierung aufgrund ihres Glaubens ausgesetzt. Pakistan liegt im aktuellen Weltverfolgungsindex der Organisation auf Rang acht.
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